Schutzschirm-Gemeinde: Cornberg muss sparen, wo immer es geht

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Cornberg. Eine Rüge stand am Ende der jüngsten Sitzung des Cornberger Parlaments: Alfred Knoch vom Gemeindevorstand verlas sie öffentlich, wie vom Regierungspräsidium gewünscht.

Es ging um 100 Euro. So viel hatte der Seniorennachmittag im Dezember gekostet hat. Da kein genehmigter Haushalt vorliege, hätte die Gemeinde nur Ausgaben tätigen dürfen, zu denen sie rechtlich verpflichtet war oder die unaufschiebbar waren. Die gesetzlichen Grundlagen seien einzuhalten, heißt es vonseiten der Aufsichtsbehörde.

Zuvor hatten die Gemeindevertreter bei zwei Enthaltungen beschlossen, den Gemeindebrief zum 1. April einzustellen.

Auf diese Weise sollen monatlich weitere 730 Euro gespart werden. Ein kleiner Betrag der Einsparung, sagte Bürgermeister Achim Großkurth, der die Gemeinde nicht grundsätzlich retten werde, der aber so im Schutzschirmvertrag festgeschrieben sei. Eine gute Informationsquelle falle weg, bedauerte Michael Bohley (CDU). Überlegt wurde, auf die Internetseite der Gemeinde Cornberg auszuweichen, doch Hans-Heinrich Ullrich wandte ein, nicht alle Älteren verfügten über Internet, und die Gemeinde habe eine Informationspflicht.

Achim Scholz, Parlamentsvorsitzender, wies darauf hin, dass es schon einen Veranstaltungskalender auf der Homepage gebe, Bürger könnten sich auf dieser Seite informieren. An nur zwei Zuhörern während der - wie immer - öffentlichen Sitzung im DGH in Königswald könne man sehen, wie groß das Interesse der Bürger sei. Einsparungen für den Gemeindebrief ergeben sich laut Großkurth überwiegend aus den Personalkosten, die aber erst 2016 wirksam würden, wenn die Mitarbeiterin in den Ruhestand gehe. So wies denn auch Heinrich Peitzmeier darauf hin, dass es derzeit trotz Einstellung der Mitteilungen an die Bürger keine Einsparung gebe.

Und noch ein Beschluss soll Einsparungen bringen: So erhalten der SV Cornberg und die SG Rockensüß/Königswald beide je 4500 Euro zum Kauf von Rasenmähern. Die Vereine sollen künftig die Sportplatzpflege selbst übernehmen, sodass die Gemeinde Personal- und Sachkosten spart.

Die beiden Bauhof-Beschäftigten hättten wegen Übernahme auch des dritten Friedhofs (Königswald) in die Gemeinderegie nun für die Sportplätze ohnehin keine Zeit mehr gehabt, erläuterte Bürgermeister Großkurth. Die Mitglieder der Friedhofskommission, die die Gemeindevertretung stellt, sowie die sachkundigen Bürger wurden benannt: Es sind Werner Blackert und Michael Bohley sowie Elke Schalles und Ralf Diegel.

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