Festkommers für Ort und Siedlergemeinschaft

Unter den jungen der alte: Cornberg feiert 75. Geburtstag

Haben die Feier organisiert (von links): Claudia Eisenberg, Irene Sadel und Sabine Eichhorn stießen auf einen schönen Abend an.

Cornberg. Es ist der jüngste Ort im Landkreis. Cornberg hat am Wochenende das 75-jährige Bestehen gefeiert. Es war ein Fest der Gemeinschaft.

Es zog sich wie ein roter Faden durch den Abend: Beim Festkommers zum 75-jährigen Bestehen der Siedlung Cornberg und ihrer Siedlergemeinschaft ging es um die Gemeinschaft. Sie wurde gelobt, beschworen und vor allem gefeiert.

Bürgermeister Achim Großkurth erinnerte zur Begrüßung daran, dass es diese Gemeinschaft von Siedlern war, die während und nach dem Weltkrieg in Cornberg gemeinsam etwas geschaffen hat. Das Fest solle diese Zusammengehörigkeit stärken.

Und mit derartigen Zitaten ging es weiter an einem Sommerabend, bei dem jede Bewegung schweißtreibend war. Trotzdem war die Turnhalle der Eichendorffschule fast komplett besetzt - zur großen Freude der Veranstalter.

Ortsvorsteherin Ursula Kuhnsch erinnerte an die Anfänge in Armut, aus der sich durch eine aktive Bürgerschaft ein lebenswerter Ort entwickelt habe. Die Cornberger seien ein „zusammengewürfelter Haufen mit Gemeinschaftssinn“, sagte Kuhnsch, die ihr Versprechen, eine kurze, verständliche und möglichst lustige Rede zu halten, einlöste: „Rauchen war modisch“, sagte sie über die Anfangszeit, „Gras war zum Mähen und Koks zum Heizen da.“

Wie eng Siedlung und Siedlergemeinschaft verbunden sind, machte die Vorsitzende des Vereins, Gisela Steinbrecher, deutlich: „Wir sind immer präsent; bei uns weiß jeder im Ort, was gemeint ist, wenn das Wort ,Siedler‘ fällt.“ So sei die Gemeinschaft von anfangs 17 auf 125 Mitglieder gewachsen.

Dabei hat sich auch die Siedlerbewegung gewandelt, sagte Otto Böß vom Landesvorstand des Siedlerbunds, der inzwischen in Verband Wohneigentum umbenannt ist. Doch im „Zeitalter der Individualisten“ werde in Cornberg offenbar noch die Gemeinschaft gelebt. Dabei ist Cornberg unter den Siedlergemeinschaften eine der älteren, denn die meisten wurden erst in den 60er-Jahren gegründet - ein bemerkenswerter Kontrast für den jüngsten Ort im Landkreis.

Unter den jungen der alte: Cornberg feiert 75. Geburtstag

Grußworte gab es noch von Staatsminister Michael Roth, Landtagsabgeordnetem Dieter Franz und Erster Kreisbeigeordneter Elke Künholz. Sie alle sprachen von der Gemeinschaft, die ihre Identität wahren (Franz), aber auch offen für Neues sein müsse, um etwa Flüchtlinge aufzunehmen (Roth). Die Gemeinschaft gibt Stärke, sagte Künholz, und genau das wurde an diesem Wochenende zelebriert.

Von Marcus Janz

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