SPD in Cornberg verliert kräftig, behält aber Mehrheit

Heinrich Peitzmeier

Cornberg. Im Cornberger Gemeindeparlament hat es durch die Kommunalwahl zwar ordentlich geruckelt, aber die Machtverhältnisse in der auf elf Sitze verkleinerten Gemeindevertretung sind geblieben.

Einen herben Verlust musste die SPD einstecken: Sie verlor 12,7 Prozent der Stimmen (vier Sitze weniger), behält aber mit 51,8 Prozent die absolute Mehrheit. Spitzenkandidatin Ursula Kuhnsch ist entsprechend enttäuscht. Sie führt den Verlust jedoch weniger auf die Ortspolitik als auf den Trend nach rechts in der Bundespolitik zurück.

Der hohe Stimmanteil für die AfD aus Cornberg für den Kreistag habe sie schockiert, sagte Kuhnsch. Welche Gründe aus dem Bereich Ortspolitik zur Wahlniederlage geführt haben, wolle man innerhalb der Partei diskutieren. Enttäuscht sei sie auch, dass die jüngeren Kandidaten keine Chance bekommen hätten, Verantwortung zu übernehmen.

Kräftig zugelegt hat die Wählergemeinschaft Cornberger Bürger Liste (CBL), die 33,4 Prozent auf sich vereinen konnte und einen Zuwachs von 12,9 Prozent verzeichnete. Sie hat nun einen Sitz mehr im Parlament. Spitzenkandidat Heinrich Peitzmeier fühlt bei diesem Ergebnis zwei Herzen in seiner Brust schlagen: Zum einen ist da die Freude über das gute Abschneiden seiner Wählergemeinschaft, zum anderen ist da die Enttäuschung, dass es mit der Änderung der Kräfteverhältnisse in Cornberg erneut nicht geklappt hat. „Diesmal hat nicht viel gefehlt, die SPD-Mehrheit zu knacken“, sagte Peitzmeier. Umso schwerer werde es, die eigenen Vorstellungen den anderen Fraktionen schmackhaft zu machen oder gar parlamentarisch durchzusetzen.

Eine Änderung der Politik hält Peitzmeier jedoch für unumgänglich und wiederholt seine Forderungen, in der Gemeinde den Zusammenschluss mit einer anderen Kommune voranzutreiben und den Kostenfaktor Kloster Cornberg zurück in die Hände des Landes zu geben. Für Peitzmeier ist klar: „Ein Weiterso wie bisher kann es nicht geben.“

Hilmar Bettenhausen, gewählter CDU-Vertreter im Gemeindeparlament, ist ganz zufrieden mit dem Ergebnis seiner Partei. Der Verlust von 0,2 Prozent liege im Rahmen. Die CDU habe es in Cornberg immer schwer gehabt, meinte er. Enttäuscht ist er allerdings darüber, dass alle Versuche, etwa über die Homepage der Partei, die Bürger in einen Dialog einzubinden und auch jüngere Leute zur Mitarbeit zu motivieren, in den vergangenen fünf Jahren fehlgeschlagen sind. Die CDU will die Zusammenabeit mit allen Fraktionen fortsetzen.

Von Silke Schäfer-Marg

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