Cornberg will um Windkraft kämpfen

Cornberg. Die Gemeinde Cornberg will einen weiteren Versuch starten, Windkraft auf gemeindeeigenen Flächen zu ermöglichen. Die SPD-Fraktion, deren entsprechender Antrag am Donnerstag einstimmig verabschiedet wurde, hofft auf Pachteinnahmen, die den Gemeindehaushalt entlasten sollen.

Konkret geht es um die Fläche HEF 01, Mosenberg (zuvor HEF_001), oberhalb von Königswald. Die Gemeinde verfügt hier über Wald, deshalb könnte ihr die Grundstückspacht in weiten Teilen direkt zukommen. Außerdem gilt das Gebiet als ziemlich windsicher. Deshalb konnte die Gemeinde 2012 bei den Schutzschirmverhandlungen die erhoffte Pacht als Einnahmequelle nennen.

Allerdings: Dieses Gebiet ist aus dem aktuellen Entwurf des Teilregionalplans Energie gestrichen worden. Die Begründung dafür ist ein relativ neues Kriterium - der Umfassungsaspekt. Das heißt: Orte dürfen nicht rundum durch Windkraftanlagen belastet werden. Für die Cornberger ist die Regelung fast so etwas wie die Ironie des Schicksals. Sie blicken wenig erfreut auf Anlagen von Sontra und Diemerode, können aber selbst keinen Nutzen von Windkraftanlagen haben.

Möglichkeiten klären 

Da der Regionalplan aber noch nicht verabschiedet wurde, werden derzeit die Genehmigungen für den Bau von Windkraftanlagen nach dem Bundesimmissionschutzgesetz (Bimsch) erteilt. Hier setzt der SPD-Antrag an: Der Gemeindevorstand soll sich mit einem oder mehreren Projektentwicklern in Verbindung setzen, um die Möglichkeiten der Genehmigung eines Windkraftfeldes vor Abschluss der Regionalplanung zu besprechen.

Windmessmast beantragt 

Eigentlich ist die Firma Juwi Cornbergs Projektpartner, dort habe man aber noch nicht auf eine Anfrage reagiert, erklärte Bürgermeister Achim Großkurth. Er berichtete auch, dass ein weiterer Projektentwickler einen Antrag gestellt habe, einen Windmessmast auf dem Gebiet des Windfeldes HEF 02 aufzustellen. Dieser Bereich umfasst weite Teile des Höhenzugs Franzosenstraße, an dem Dörfer von Cornberg, Rotenburg und Bebra liegen.

Dass die Gemeinde einen weiteren Vorstoß unternehmen kann - trotz Streichung aus dem Reginalplan - die Genehmigung für den Bau von Windkradftanlagen im Bereich HEF 01 zu erhalten, bestätigte auch Harald Merz, Sprecher des Regierungspräsidiums. Bei einem solchen Antrag gelten die Vorgaben des Bundesimmissionsschutzgesetzes. Untersucht würden zum Beispiel mögliche Auswirkungen auf die Natur oder auf Siedlungsstrukturen. Der neue Umfassungsaspekt werde dabei allerdings sicher auch berücksichtigt, erklärte Merz.

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Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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