Infektionswert hat erste Warnstufe erreicht

Hersfeld-Rotenburg: Corona-Ampel springt auf Gelb

Die Corona-Ampel im Landkreis ist am Dienstag von Grün auf Gelb gesprungen.

Die Corona-Ampel im Kreis Hersfeld-Rotenburg ist das erste Mal seit Ende Juni auf Gelb gesprungen. (Symbolbild)

Hersfeld-Rotenburg – Grund sind sieben weitere Neuinfektionen, die dafür gesorgt haben, dass die Sieben-Tage-Inzidenz auf 21,5 gestiegen ist. Hersfeld-Rotenburg hat damit erstmals seit dem Sommer wieder die erste Warnstufe erreicht, die ab einem Wert von 20 gilt.

Laut dem sogenannten Eskalationskonzept des Landes Hessen müssen nun die Ordnungsämter im Kreis die Einhaltung der Corona-Maßnahmen verstärkt kontrollieren. Das Gesundheitsamt muss einen Personalbestand von fünf Mitarbeitern pro 20.000 Einwohner zur Kontaktpersonennachverfolgung gewährleisten. Umgerechnet auf die 120.464 Einwohner im Landkreis müssten damit 35 Mitarbeiter vorgehalten werden. Zudem gilt in Gebieten mit erster Warnstufe, dass Genehmigungen für öffentliche Veranstaltungen grundsätzlich mit einem Widerrufsvorbehalt für den Fall steigender Infektionszahlen versehen sein müssen.

Der Landkreis wollte sich auf Nachfrage vorerst nicht äußern, kündigte aber für Mittwoch eine Pressemitteilung an.

Durch die sieben bestätigten Neuinfektionen hat sich die Zahl der Menschen, bei denen aktuell das Virus nachgewiesen worden ist, im Kreisgebiet auf 34 erhöht. Unter häuslicher Quarantäne stehen derzeit 212 Menschen.

Der mit Blick auf drohende Alltagsbeschränkungen derzeit entscheidende Richtwert, die Sieben-Tage-Inzidenz, stieg am Dienstag auf 21,5. So hoch war er im Kreis zuletzt am 23. Juni. Die Inzidenz gibt Aufschluss über die gemeldeten Neuinfektionen innerhalb der vergangenen Woche pro 100.000 Einwohner. Die Grenze zur zweiten Warnstufe liegt bei einem Inzidenzwert von 35.

Im Hessen-Vergleich ist die Lage im Landkreis allerdings noch entspannt. Laut dem Covid-19-Bulletin des hessischen Sozialministeriums lagen am Dienstag fast alle Landkreise und kreisfreien Städte im Süden des Landes im roten Bereich, haben also einen Infektionswert jenseits der kritischen 50er-Marke, ab der ein strenges Beschränkungskonzept gilt. In Frankfurt, Offenbach, aber auch in Kassel ist die Inzidenz gar dreistellig. Die wenigsten Fälle gibt es momentan im Werra-Meißner-Kreis (Inzidenz: 19).

Infos rund um das Coronavirus beantwortet das Gesundheitsamt am Bürgertelefon, heute von 8 bis 13 Uhr unter 06621/878787.

Das Corona-Eskalationskonzept des Landes Hessen sieht fünf Stufen vor. Liegt die Sieben-Tage-Inzidenz unter 20, leuchtet die virtuelle Ampel grün. Ab 20 springt die Ampel auf Gelb. Die nächste Stufe (orange) folgt ab 35 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche. Dann empfiehlt das Land unter anderem eine Sperrstunde von 23 bis 6 Uhr. Ab einem Wert von 50 (rot) folgen strikte Alltagsbeschränkungen, die ab 75 (dunkelrot) verschärft werden müssen. 

Von Sebastian Schaffner

Rubriklistenbild: © Britta Pedersen/dpa

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