Kreis Hersfeld-Rotenburg

Corona-Impfstoff fehlt: Fast keine Erstimpfungen mehr im Impfzentrum

Impfzentrum Rotenburg an der Fulda
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Das Impfzentrum in Rotenburg ist derzeit nur zu 37 Prozent ausgelastet

Das Impftempo im Kreis Hersfeld-Rotenburg hat deutlich an Geschwindigkeit verloren. Grund ist fehlender Impfstoff.

Hersfeld-Rotenburg – Wer den Fortschritt im Impfzentrum des Kreises Hersfeld-Rotenburg in den vergangenen Tagen verfolgt hat, stellt fest: Das Impftempo hat deutlich an Geschwindigkeit verloren. Grund ist – mal wieder – fehlender Impfstoff. Ändern wird sich das vorerst nicht.

„Es geht sehr schleppend voran“, bestätigt Martin Ködding, Leiter des Impfzentrums in der Rotenburger Göbel Hotels Arena, unserer Zeitung. „Wir können derzeit fast keine neuen Erstimpfungen mehr machen, weil dafür kein Impfstoff zur Verfügung steht.“ Alle zugesagten Termine würden aber stattfinden: „Wer einen Termin hat, für den ist auch Impfstoff da.“

Zwar habe der Landkreis kurzfristig eine Sonderzuweisung über 400 Biontech-Dosen für Erstimpfungen bekommen und eine Lieferung von 330 Impfdosen als sogenannte Demografie-Brücke, die Landkreise mit überdurchschnittlicher Altersstruktur erhalten. Termine dafür seien über das Vergabesystem des Landes Hessen buchbar, so Ködding.

Corona-Impfungen im Kreis Hersfeld-Rotenburg: Lahme Ente anstatt Impfturbo

Doch selbst diese außerplanmäßigen Lieferungen ändern nichts daran, dass der viel zitierte Impfturbo derzeit eher als lahme Ente daherkommt: Wurden in dieser Woche noch 3600 Menschen im Impfzentrum bedient, sind für die nächste nur noch 2600 Termine vergeben – das entspricht einer Auslastung von gerade einmal 37 Prozent. Das Impfzentrum ist auf 1000 Termine pro Tag ausgelegt.

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Auch in den heimischen Hausarztpraxen ist nach Auskunft der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen (KVH) die Bereitschaft weiterhin hoch. „Die organisatorischen Probleme sind aber momentan sehr groß, weil immer noch viel zu wenig Impfstoff da ist, Zusagen nicht eingehalten werden und eine vernünftige Planung so eigentlich unmöglich wird“, kritisiert KVH-Sprecher Karl Roth auf Nachfrage. Hinzu komme, dass ab 7. Juni die Priorisierung aufgehoben wird. Das suggeriere, dass dann ausreichend Impfstoff vorhanden sei. Roth: „Das ist aber auf keinen Fall richtig, vielmehr steigert man so die Nachfrage und den Frust in den Praxen und bei den Menschen.“

Corona-Impfungen im Kreis Hersfeld-Rotenburg: Bislang 66.400 Spritzen verabreicht 

In Hersfeld-Rotenburg sind bislang insgesamt 66 389 Corona-Schutzimpfungen verabreicht worden. Eine seriöse Unterteilung in Erst- und Zweitimpfungen ist nicht möglich, da nur das Impfzentrum über entsprechende Statistiken verfügt. Demnach sind dort 32 043 Menschen erstgeimpft worden, 14 649 haben bereits ihre zweite Spritze. Laut Kassenärztlicher Vereinigung, die nur über eine Gesamtzahl verfügt, haben die Ärzte im Kreis bislang 19 697 Dosen injiziert.

Der Corona-Alltag im Kreis Hersfeld-Rotenburg wird nun etwas lockerer. Das seit Tagen nachlassende Infektionsgeschehen macht Lockerungen möglich. (Sebastian Schaffner)

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