Angebot des Landrats

Corona: Intensivbetten für Italiener im Landkreis

Landrat Michael Koch hat  angeboten, freie Intensivbetten im Kreis auch vom Coronavirus betroffenen Ausländern zur Verfügung zu stellen.

Dies teilte Dr. Koch (CDU) dem Krisenstab der hessischen Landesregierung mit. In anderen Bundesländern wie Baden-Württemberg und Sachsen kümmern sich einzelne Kliniken bereits um mit dem Coronavirus infizierte Patienten, die aus Italien und Frankreich eingeflogen werden.

„In diesen Zeiten darf es nicht darauf ankommen, wo jemand herkommt“, sagte Koch im Gespräch mit unserer Zeitung. „Wir müssen uns jetzt alle solidarisch zeigen. Deshalb wäre unser Klinikum bereit, Schwerkranke auch aus Italien oder Frankreich aufzunehmen.“ Er betonte, dass sich die Bevölkerung mental darauf einstellen sollte, „dass auch bei uns die Infiziertenzahlen steigen werden.“

Die Krankenhäuser im Landkreis – Klinikum, HKZ und Kreiskrankenhaus – haben laut Landrat derzeit rund 60 Intensivbetten. Das sind umgerechnet 50 pro 100 000 Einwohner – ein Spitzenwert. Zum Vergleich: Bundesweit haben die Krankenhäuser im Schnitt 34 Intensivbetten pro 100 000 Einwohner, im besonders krisengeschüttelten Italien sind es zwölf. „Wir sind sehr gut aufgestellt“, sagte Koch, der auch Aufsichtsratsvorsitzender des Klinikums Hersfeld-Rotenburg ist. Bislang sei die Lage noch vergleichsweise entspannt. „Es gibt zwar regelmäßig Überprüfungsfälle, und wir haben eine Covid-19-Station in Betrieb, aber wir haben eben auch noch Kapazitäten.“

Geplant sei, dass Covid-19-Patienten erst einmal im Bad Hersfelder Klinikum behandelt werden. Sollten die Fälle zunehmen, wären auch die anderen Kliniken im Kreis, die sich derzeit vorrangig um andere Intensivpatienten kümmern, vorbereitet.

Dr. Martin Oechsner, medizinischer Geschäftsführer des Rotenburger Kreiskrankenhauses, begrüßt den Vorstoß des Landrats. „Das Coronavirus ist ein globales Problem, das sich nicht national lösen lässt“, sagte er. „Wir können uns nur helfen, wenn wir solidarisch sind.“ Umgekehrt, wenn Deutschland in einer dramatischen Notlage wäre, „wären wir froh, wenn uns jemand Hilfe anbieten würde.“

Der Krisenstab der Landesregierung war für eine Stellungnahme am Dienstag nicht zu erreichen. Eine Sprecherin kündigte aber für die kommenden Tage eine Erklärung an.

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