Neue Arbeitsschutz-Verordnung ab 27.1.

Wegen Corona: Firmen forcieren Homeoffice auch im Kreis Hersfeld-Rotenburg

Eine Frau sitzt mit einem Smartphone am Ohr vor dem Laptop
+
Das Arbeiten von zu Hause aus, das Homeoffice, nutzen derzeit immer mehr Menschen, um das Ansteckungsrisiko zu verringern. (Symbolbild)

Viele Unternehmen im Landkreis haben Mitarbeitern seit Beginn der Corona-Pandemie vermehrt die Möglichkeit zum Homeoffice angeboten.

Hersfeld-Rotenburg – Ab dem heutigen Mittwoch gilt nun eine neue Arbeitsschutz-Verordnung der Bundesregierung.

Unternehmen sind jetzt sogar dazu verpflichtet, Beschäftigten das Arbeiten von zu Hause aus zu ermöglichen, wenn dem keine betrieblichen Gründe entgegenstehen. Einige Firmen im Landkreis haben daher das mobile Arbeiten noch einmal ausgeweitet. Die meisten Unternehmen sind jedoch darauf angewiesen, dass zumindest einige Mitarbeiter bestimmter Abteilungen im Betrieb arbeiten wie eine Umfrage unserer Zeitung im Landkreis ergeben hat.

Kreisverwaltung

„Grundsätzlich kann jeder 940 Mitarbeiter der Kreisverwaltung ins Homeoffice gehen, dessen Tätigkeit es zulässt“, sagt Pelle Faust, Pressesprecher des Landkreises. Einige Arbeitsbereiche seien jedoch nicht für das mobile Arbeiten geeignet, etwa das Arbeiten in Bürgerservice-Büros und in der Zulassungsstelle.

VR-Bankverein

Auch von den 200 Mitarbeitern des VR-Bankvereins habe etwa ein Drittel die Möglichkeit, mobil zu arbeiten. „Im Kundenkontakt ist das wegen der weiter geöffneten Filialen nur eingeschränkt möglich. Unsere Mitarbeiter arbeiten jedoch auch hier teilweise mit digitalen Beratungsmöglichkeiten von zuhause“, sagt Roland Soldan vom VR-Bankverein.

Sparkasse

Die Sparkasse bietet ebenfalls mobiles Arbeiten an. „Manche Aufgaben sind so aber nicht möglich, etwa aus Datenschutzgründen“, sagt Sprecher Wolfgang Kurth. „Unsere 400 Mitarbeiter sollen gesund bleiben. Daher unterstützen wir mobiles Arbeiten und verteilen die Teams vor Ort auf unterschiedliche Standorte.“

K+S

Im produzierenden Gewerbe gibt es dagegen häufig keine Möglichkeit zum Homeoffice, so auch bei K+S. „Für die meisten der 4000 Mitarbeiter aus dem Werk Werra ist die Arbeit von zuhause nicht möglich. Das betrifft zum Beispiel die Arbeit unter Tage, in den Fabriken und den Laboren“, sagt Ivonne Balduf, Sprecherin des Kaliwerks Werra. In der Verwaltung und bei Führungskräften sei zeitweise ein Arbeiten aus dem Homeoffice möglich. „Das variiert jedoch jeden Tag und ist abhängig von notwendigen Vor-Ort-Terminen und auch von der Bearbeitung großer Datenmengen, für die die Leistungsfähigkeit des Internets zuhause nicht ausreicht“, sagt Balduf.

Trox

„Im gewerblichen Bereich ist das mobile Arbeiten nicht möglich. Die 70 Mitarbeiter und die zehn Auszubildenden sind daher vor Ort. Im Angestelltenbereich sind die technischen Voraussetzungen für das mobile Arbeiten sehr gut gegeben. Hier bieten wir Homeoffice auch schon länger an“, sagt der Geschäftsführer des Ventilations- und Belüftungssystemherstellers aus Bad Hersfeld, Hartmut Brandau. Etwa 20 der 60 Mitarbeiter aus dem Angestelltenbereich arbeiteten von zuhause aus. Man könne derzeit den Arbeitsalltag dieser Mitarbeiter schwer beurteilen, und nur auf die Ergebnisse schauen: „Der optische Eindruck fehlt ganz einfach. Die grundsätzliche Voraussetzung ist daher beim Homeoffice, seinen Mitarbeitern zu vertrauen.“

Neumayer Tekfor

„Wir bieten Homeoffice an, aber bei etwa 200 unserer insgesamt 280 Mitarbeiter ist das Arbeiten von zuhause gar nicht möglich“, sagt eine Sprecherin der Firma Neumayer Tekfor, ein Automobilzulieferer in Rotenburg. In den Bereichen der Fertigung, der Versuche und der Betreuung achte man stattdessen vor Ort streng auf Abstandsregeln und Maskenpflicht. „Im Einkauf arbeiten wir im Wechselmodell, von zuhause aus, dann entweder mit firmeneigenen Laptops oder auch mit Privatgeräten.“

Grenzebach BSH

„Bereits vor der Pandemie haben wir Mitarbeitern mobiles Arbeiten angeboten. Durch die Pandemie wurde das erheblich ausgeweitet“, sagt die Personalleiterin des Anlagebaus in Bad Hersfeld, Nancy Fiebig-Weisheit. Alle Mitarbeiter, die keiner gewerblich orientierten Tätigkeit nachgingen, hätten die Möglichkeit, von zuhause aus zu arbeiten. „Etwa jeder Zweite ist so daheim. Die Mitarbeiter wechseln sich ab, jeder ist mal zuhause und mal in der Firma.“

Klinikum Bad Hersfeld

„Im Bereich der Verwaltung wird zunächst die Möglichkeit der räumlichen Trennung von Arbeitsplätzen genutzt. Die Arbeit kann dort auch von zuhause organisiert werden, das variiert jedoch von Tag zu Tag sehr stark“, sagt Pressesprecher Werner Hampe über das Homeoffice im Klinikum. Nur wenige der 3000 Mitarbeiter könnten von zuhause aus arbeiten. Dann erhielten sie die technische Ausstattung größtenteils durch das Unternehmen.

Kreiskrankenhaus

Die Personalleiterin des Kreiskrankenhauses Rotenburg, Karla Krause-Heid, sagt: „Von unseren 440 Mitarbeitern sind nur 14 im Homeoffice: die Mitarbeiter für die Patientenabrechnung, für das Qualitätsmanagement und die Lehrkräfte der Krankenpflegeschule. Alles andere funktioniert nur vor Ort.“ Durch die wenigen Mitarbeiter im Homeoffice seien zumindest einzelne Büroflächen frei geworden. „So können wir in Einzelbüros arbeiten.“

Schwabenhaus

„Wo es geht, bieten auch wir den Mitarbeitern Homeoffice an. Produktionsmitarbeiter oder Baustellenleiter müssen vor Ort sein. Hier gelten dann Maskenpflicht und Abstandsregeln“, sagt eine Sprecherin des Fertighausherstellers in Heringen. Etwa jeder Dritte der 250 Mitarbeiter sei aus betrieblichen Gründe ausschließlich vor Ort.

Stadt Rotenburg

„Im Rathaus sind wir etwa 45 Mitarbeiter. Wir können komplett von zu Hause aus arbeiten. Ab und zu sind wir vor Ort, zum Beispiel um den Posteingang zu sichten oder auch um Urkunden auszustellen. Dann arbeiten wir aber zeitversetzt“, sagt Ralf Wassermann aus dem Rotenburger Rathaus. Die Stadtverwaltung arbeite bereits seit Mitte Dezember nach diesem Modell und habe positive Erfahrungen gemacht.

Von Anna Weyh

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.