Sie organisieren sich im Internet

Nachbarschaftshilfe in Corona-Krise: Hunderte Helfer im Kreis halten sich bereit

+
Benjamin Nover, Gruppengründer

In vielen Kommunen im Kreis Hersfeld-Rotenburg hat die Nachbarschaftshilfe angesichts der Corona-Krise derzeit Hochkonjunktur. Auch auf Facebook bilden sich Netzwerke.

Diese wollen Helfer und Hilfesuchende zusammenbringen. Der Gruppe „Corona Nachbarschaftshilfe Bad Hersfeld und Landkreis“ sind beispielsweise seit der Gründung am vergangenen Freitag – der Tag der ersten Coronafälle im Kreis – mehr als 1300 Menschen beigetreten.

Mit dem rasanten Wachstum hat Initiator Benjamin Nover aus dem Bad Hersfelder Stadtteil Asbach nicht gerechnet: „Wir sind gerade ein paar Tage alt.“ In der Gruppe treffen Angebote wie das von Nutzerin Lisa („Ich habe ein Auto und könnte z.B. für Leute in Bad Hersfeld und Umgebung Einkäufe übernehmen“) und Hilferufe („Kleiner Yorkshire-Terrier sucht für einige Wochen ein liebevolles Zuhause! Älteres Ehepaar kann aufgrund der Situation ihren sehr gepflegten und lieben Hund nicht artgerecht ausführen“) aufeinander.

Auf der Helferliste, die über das Internet zusammengetragen und täglich aktualisiert wird, stehen mittlerweile gut einhundert Freiwillige für die Bereiche Bad Hersfeld, Rotenburg, Bebra, Friedewald, Niederaula/Kirchheim/Breitenbach, Ludwigs-au/Neuenstein, Heringen/Philippsthal/Wildeck und weitere Ortschaften. Sie wollen Corona-Betroffene und Risikogruppen beim Einkaufen, Gassigehen und der Kinderbetreuung unterstützen sowie kleinere Botengänge übernehmen. Ein Helfer gibt als Tätigkeitsfeld schlicht „alles, was anfällt“ an.

Bis Dienstagnachmittag haben sich vier Hilfesuchende gemeldet, sagt Benjamin Nover. Er vermutet, dass Freiwillige auf der Helferliste auch direkt kontaktiert werden, weil nicht jeder seiner Betroffenheit öffentlich machen will. Nover gehört durch eine Lungenerkrankung selbst zur Risikogruppe. Kann eine Facebook-Gruppe ältere Menschen erreichen, für die Corona besonders herausfordernd ist? „Die bekommen wir so nicht“, sagt der Initiator aus Asbach. Deshalb werden in den Ortschaften, für die es Freiwillige gibt, sogenannte Helferbriefe und Flyer verteilt. Sie nennen einen lokalen Ansprechpartner und verweisen zudem auf die Onlineplattform.

„Das Helfen steht im Vordergrund“, betont Benjamin Nover. Man wolle keine weitere Informationsplattform zu Corona werden. Das schnelle Wachstum stellt ihn und seine Mitstreiter im Organisationsteam auch vor Herausforderungen. Die Absprachen finden online und am Telefon statt, derzeit werden noch einige Stellschrauben gedreht und Regeln für die Gruppennutzung formuliert. Klar ist: Das Hilfsangebot bleibt „absolut ehrenamtlich, anonym und kostenfrei“.

Auch für Alheim gibt es seit Sonntag eine Helfergruppe auf Facebook. Das Motto der bisher 40 Mitglieder: „Alheim hält zusammen – gemeinsam statt alleine.“ (cig)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.