Landrat Koch verurteilt Anfeindungen

Wegen Corona-Beschränkungen: Leiterin des Gesundheitsamtes Hersfeld-Rotenburg von „Freiheitsboten“ bedroht

Die selbst ernannten „Freiheitsboten“ im Bildhintergrund bei ihrem Protest gegen die Corona-Einschränkungen auf dem Bad Hersfelder Linggplatz. Im Vordergrund ein Polizeifahrzeug.
+
Kritisieren die Alltagseinschränkungen: Die selbst ernannten „Freiheitsboten“ (Bildhintergrund) protestieren seit Wochen in Bad Hersfeld gegen die Corona-Politik. Die Polizei begleitet die Spaziergänge.

In Bad Hersfeld protestieren seit einiger Zeit die sogenannten „Freiheitsboten“ gegen die Corona-Maßnahmen. Jetzt wurde sogar die Leiterin des Gesundheitsamtes bedroht.

  • Die Zahl der Anfeindungen gegenüber dem Gesundheitsamt im Landkreis Hersfeld-Rotenburg steigt während der Corona-Pandemie.
  • Seit Wochen sind die „Freiheitsboten“ in Bad Hersfeld anzutreffen.
  • Nun wurde dogar die Leiterin des Gesundheitsamtes bedroht.

Hersfeld-Rotenburg – Immer häufiger und mit steigender Intensität sind Mitarbeiter des Gesundheitsamts sowie der Corona-Kontaktnachverfolgung im Landkreis Hersfeld-Rotenburg Anfeindungen und Beschimpfungen ausgesetzt. Dagegen wehrt sich Landrat Dr. Michael Koch jetzt.

Seit Wochen protestieren die „Freiheitsboten“ in der Bad Hersfelder Innenstadt mit Spaziergängen gegen die coronabedingten Alltagseinschränkungen. Sie wollen so „auf friedliche Art und Weise die öffentliche Ordnung wieder herstellen“, wie zwei von ihnen vergangene Woche im Gespräch mit unserer Zeitung angegeben haben. Ganz so friedlich scheinen einzelne der selbst ernannten „Freiheitsboten“ aber wohl doch nicht gestimmt zu sein.

Protest gegen Corona-Beschränkungen: „Freiheitsboten“ stören Arbeit im Gesundheitsamt

Landrat Dr. Michael Koch (CDU) berichtet jetzt davon, dass sie das Gesundheitsamt „mit Anfragen überhäufen“, massiv in seiner Arbeit stören und „vehement auf schriftliche Stellungnahmen drängen“ würden.

Einer der „Freiheitsboten“ habe Adelheid Merle, der Leiterin des Gesundheitsamts, mehrfach mit einer Strafanzeige gedroht, mit dem Versuch, eine einstweilige Verfügung gegen sämtliche Lockdown-Maßnahmen auf Landkreisebene zu erwirken.

Gegen die Corona-Beschränkungen: Während des Dienstes beschimpft

Koch: „Ich verwahre mich ausdrücklich gegen jegliche Angriffe gegenüber den Mitarbeitenden der Kreisverwaltung, in diesem Fall der Leiterin des Gesundheitsamts.“ In einer Gesellschaft, die auf der freiheitlich demokratischen Grundordnung fußt, könne jeder seine Meinung äußern, so der Landrat, „aber ich werde Beleidigungen und Nötigungen nicht dulden.“

Ohnehin würden immer häufiger und mit steigender Intensität Mitarbeiter des Gesundheitsamts sowie der Corona-Kontaktnachverfolgung während des Dienstes beschimpft.

Gegen die Corona-Beschränkungen: Pandemie ist eine Jahrhundert-Aufgabe

Koch verteidigt die Mitarbeiter, bezeichnet die Pandemie als Jahrhundert-Aufgabe. Dass Menschen, die sieben Tage in der Woche daran arbeiten, die Situation unter Kontrolle zu bringen, in ihrer Arbeit behindert würden und immer häufiger Beschimpfungen, Drohungen und persönliche Anfeindungen ertragen müssten, sei inakzeptabel: „Alle Personen, die mit Nachdruck gegen die Alltagsbeschränkungen vorgehen, sollten einen Blick in die Intensivstationen unserer Krankenhäuser werfen oder mit persönlich Betroffenen sprechen.

Die Fachkräfte in medizinischen und pflegerischen Berufen können das ein oder andere Vorurteil sicher schnell entkräften“, so der Landrat.

Der Landkreis werde sich auch durch einzelne Einschüchterungs- und Störversuche nicht davon abhalten lassen, die schwächsten Mitglieder der Gesellschaft mit aller Kraft zu schützen. Dazu gehöre auch, dass die Corona-Regeln befolgt und Beschränkungen eingehalten werden. (Sebastian Schaffner)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.