Shopping ohne Test und Termin

Corona-Stufe 2 in Hersfeld-Rotenburg: Das gilt jetzt im Landkreis

Susanne Albegger als Inhaberin von „tausendschoen“ zerreißt in Bad Hersfeld vor den Lockerungen zur Corona-Stufe 2 am 2. Juni in Hersfeld-Rotenburg symbolisch ein Papierformular für die Registrierung.
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Shopping ohne Termin und Test...wenn die Inzidenz hält. Für unser Foto zerreißt Susanne Albegger als Inhaberin von „tausendschoen“ in Bad Hersfeld schon mal symbolisch ein Papierformular für die Registrierung.

Seitdem die Sieben-Tage-Inzidenz im Kreis Hersfeld-Rotenburg die erforderlichen fünf Tage unter der 50er-Marke geblieben ist, gelten weitreichende Lockerungen.

Aktualisiert am Mittwoch, 2. Juni, 14 Uhr: Hersfeld-Rotenburg – Im Landkreis gilt nun die zweite Stufe des Zwei-Stufen-Öffnungsplans des Landes Hessen. Am Wochenende hatte es vom Landkreis noch geheißen, dass schon am Dienstag, 1. Juni, werden könnte. Sprecherin Jasmin Krenz stellte nun auf Nachfrage unserer Redaktion klar, dass im Landratsamt noch mal in der Verordnung nachgeschaut wurde. Es sei versehentlich außer Acht gelassen worden, dass der fünftägige Zeitkorridor mit einer Inzidenz unter 50 erst ab dem Tag gezählt werden dürfe, ab dem die Bundes-Notbremse außer Kraft getreten ist. Und das war der vergangene Freitag. „Fest steht: Ab Mittwoch könnte gelockert werden“, so die Kreissprecherin am Dienstag. Die Änderungen im Überblick:

Die Schulen

Bleibt die Inzidenz auch heute unter 50, kehren sämtliche Schulklassen ab Mittwoch in den Präsenzunterricht zurück. Dennoch gelte weiterhin der sogenannte eingeschränkte Regelbetrieb, also Maskenpflicht und Abstandsregeln, sagt Jürgen Krompholz vom Staatlichen Schulamt in Bebra. „Es wird also noch nicht die Schule wie vor der Corona-Zeit sein“, so der stellvertretende Schulamtsleiter, der darauf hinweist, dass weiterhin die Pflicht bestehe, sich zweimal pro Woche testen zu lassen.

Die Kitas

In den Kindertagesstätten gilt laut dem Zwei-Stufen-Plan des Landes Hessen „Regelbetrieb unter Pandemiebedingungen“.

Der Einzelhandel

Sind am Mittwoch die Voraussetzungen für Stufe 2 des Öffnungsplans erfüllt, dürfen grundsätzlich alle Geschäfte und Verkaufsstätten wieder öffnen. „Click & Meet“, also Shopping nach Termin, ist dann nicht mehr notwendig. Einschränkungen gibt es bei der maximal zulässigen Kundenzahl, die sich nach der Größe der Geschäfte richtet. Maskenpflicht besteht weiterhin. Ein negativer Coronatest ist nicht verpflichtend, wird aber empfohlen.

„Einkaufen ist immer auch etwas Spontanes“ sehnt Bebras Stadtentwicklungschef Stefan Pruschwitz (rechts) den nächsten Schritt herbei – entscheidet sich bei aller Spontanität aber doch gegen das für unser Foto präsentierte Kleid. Auf weiter wachsende Kundenzahlen hofft auch Dr. Hans-Peter Dehnhardt (links) vom Modeladen Passerella.

Die Gastronomie

Nachdem die Gastronomie im Landkreis bereits seit Freitag zumindest im Außenbereich wieder öffnen darf (Stufe 1), könnte auch die Innengastronomie ab Mittwoch folgen – wenn die Inzidenz unter 50 bleibt. Im Innenbereich gelten Auflagen wie ein negativer Coronatest, die Erfassung der Kontaktdaten und – natürlich – Abstands- und Hygieneregeln. Mitarbeiter sind verpflichtet, eine Maske zu tragen, Gäste müssen Mund und Nase auf dem Weg zum Platz bedecken. Restaurants und Cafés müssen ausreichende Tischabstände gewährleisten. Es gilt Sitzplatzpflicht. Die Regeln gelten laut dem Zwei-Stufen-Plan grundsätzlich auch für Clubs und Diskotheken.

Herbergen und Hotels

Hotels, Ferienhäuser, Jugendherbergen und Campingplätze dürfen unter Auflagen öffnen. Für Betriebe mit Gemeinschaftseinrichtungen, wie einem Frühstücksraum, gilt eine maximale Auslastung von 75 Prozent. Bei der Anreise muss ein negativer Coronatest vorgelegt werden, darüber hinaus gilt die Pflicht, sich zwei Mal pro Woche testen zu lassen.

Kultur und Freizeit

Kultur- und Freizeiteinrichtungen dürfen ihre Innenräume öffnen. Es gelten Abstands- und Hygienevorgaben. Bei Veranstaltungen, größeren Zusammenkünften und Kulturangeboten wie Kino, Theater und Konzerten gilt: Im Außenbereich sind bis zu 200 Teilnehmer erlaubt. Innen dürfen sich bis zu 100 Gäste aufhalten – benötigen aber einen negativen Coronatest. Es gelten jeweils Abstands- und Hygienevorgaben, die Kontaktdaten müssen erfasst werden. Das Gesundheitsamt kann ausnahmsweise eine höhere Teilnehmerzahl bei Gewährleistung der kontinuierlichen Überwachung der Einhaltung der übrigen Voraussetzungen gestatten.

Die Schwimmbäder

Schwimmbäder, Thermalbäder, Saunen und ähnliche Einrichtungen dürfen wieder öffnen. Allerdings darf zeitgleich nur einer bestimmter Anzahl an Gästen Zutritt gewährt werden. Zudem müssen im Vorfeld Termine vereinbart werden. Tagesaktuelle Coronatests sind keine Pflicht, aber empfohlen. Auch wenn die Bäder bereits am Mittwoch wieder öffnen dürften, will Kay Thimet auf Nummer sicher gehen und setzt auf eine stabile Inzidenz von 14 Tagen unter 100. Die von ihm betriebenen Bäder in Schenklengsfeld, Philippsthal, Kirchheim, und Nentershausen sollen am 11. Juni öffnen. Details würden derzeit noch geklärt. Seit Freitag werden auch in Bebra die Becken mit Wasser gefüllt, startklar soll das Biberbad spätestens am 21. Juni sein. In Ronshausen ist der Badepark ab dem 10. Juni wieder offen. 60 Badegäste dürfen dort gleichzeitig ins Becken – maximal 250 auf die Wiese.

Ronshausen ist vorbereitet: Im Badepark ist fast alles fertig. Am Montag wurde die Wiese gemäht, seit Sonntag läuft die Solaranlage und heizt das Wasser im großen Becken auf. Am Montag kletterte sie auf 20 Grad – bis zur Öffnung am 10. Juni sollen es 26 sein. Unser Bild zeigt Schwimmmeister Oliver Schaffartzick (links) und Bürgermeister Markus Becker.

Der Sport

Im Bereich Freizeit- und Amateursport gilt bei einer Inzidenz unter 50 an fünf aufeinanderfolgenden Tagen, dass Mannschaftssport generell wieder erlaubt ist, allerdings unter strengen Hygienevorgaben.

Die Spielhallen

Spielbanken, Spielhallen und Wettbüros dürfen unter Vorlage eines tagesaktuellen Tests und bei strengen Abstands- und Hygieneregeln wieder Kunden empfangen. Es herrscht Sitzplatzpflicht und Kontaktdatenerfassung.

Kosmetik und Co.

Für die Anbieter sogenannter körpernaher Dienstleistungen wie Nagelstudios und Massagepraxen gelten Hygienevorgaben, Terminpflicht und Kontaktdatenerfassung.

Die Prostitution

Prostitutionsstätten müssen noch geschlossen bleiben.

Nah- und Fernverkehr

In Bus und Bahn gilt nach wie vor Maskenpflicht.

Wasser marsch: Im Freibad Schenklengsfeld hat der fünfjährige Marlon gestern seinem Vater Kay Thimet, dem Betreiber des Bades, beim Befüllen des Sprungbeckens geholfen.

Die Jugendarbeit

Kinder- und Jugendarbeit ist ab der zweiten Öffnungsstufe in Gruppen bis 50 Personen möglich. Betreuungspersonen sowie Geimpfte und Genesene zählen nicht mit.

Die Kontaktregeln

Treffen dürfen sich bei Inkrafttreten der zweiten Öffnungsstufe zehn Menschen über 14 Jahre (plus Geimpfte und Genesene) oder maximal zwei Hausstände, wenn diese Zahl überschritten wird – etwa bei Großfamilien.

Der Alkoholkonsum

Der Konsum alkoholischer Getränke ist auf Plätzen – außerhalb der Gastronomie – verboten.

Das große Aber

Sollte die Sieben-Tage-Inzidenz am heutigen Dienstag über 50 liegen, geht das Warten von vorn los. Um Stufe 2 zu erreichen, muss der Wert fünf Tage am Stück unter der Marke bleiben – oder 14 Tage unter 100. (Sebastian Schaffner)

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