Coronavirus im Kreis Hersfeld-Rotenburg

Folgen der Corona-Krise - Reisebüros im Kreis in finanzieller Not

+
Corona bedroht Reisebüros - Finanzielle Not kennen dieser Tage viele Unternehmen, auch im Landkreis Hersfeld-Rotenburg.

Wegen der Coronakrise sorgen sich auch im Landkreis Hersfeld-Rotenburg viele Betreiber von Reisebüros um ihre Existenz.

Hersfeld-Rotenburg - „Unsere Branche ist von der Coronakrise am schlimmsten gebeutelt“, sagt Oliver Schmidt von der Rotenburger Reisewelt. Wie lange Reisebüros in einer solchen Situation überleben können, hänge von staatlichen Hilfen ab und davon, wann das Reisen wieder losgeht.

Das wird noch lange dauern, glauben die befragten Reiseanbieter. „Ich gehe davon aus, dass der richtige Reiseverkehr erst in ein paar Monaten wieder anläuft“, sagt Dennis Krug von der Reisewelt Teiser & Hüter. „Der Tenor bei unseren Kunden ist: Wir möchten dieses Jahr gar nicht mehr reisen“, so Thomas Fongar von August Kiel Reisen, der auch im Kreis aktiv ist. Das fürchtet Waldemar Kornek von Hessenbub-Reisen aus Rotenburg ebenso. „Selbst wenn Reisen wieder möglich ist, sind viele wahrscheinlich nicht sofort wieder in Reiselaune“, sagt er.

Corona in Hersfeld-Rotenburg: „Keiner weiß, wie lange sich das hinzieht“

Die Reisebüros haben wegen der Coronakrise alle Reisen bis zum 30. April abgesagt oder verschoben. Für die Zeit danach gelten im Fall von Stornierungen die vereinbarten Bedingungen – doch das könnte sich noch ändern. „Ich gehe davon aus, dass auch im Mai keine Reisen möglich sind“, sagt Fongar.

Fongar sieht zudem ein weiteres Problem für August Kiel Reisen. „Wir haben viele Angebote für Senioren. Die sind eine Risikogruppe und deshalb besonders verunsichert“, sagt er. Außerdem geht er davon aus, dass Reisen ins Ausland wegen Einreisebeschränkungen vorerst schwieriger bleiben werden als Inlandsreisen. „Selbst wenn wir in Deutschland wieder reisen können, kann es sein, dass wir viele Reisen ins Ausland absagen müssen, weil die Länder keine Einreisen erlauben“, sagt Fongar. Hinzu kommt die Planungsunsicherheit. Schmidt sagt: „Das Problem ist, dass keiner weiß, wie lange sich das hinzieht.“

Corona in Hersfeld-Rotenburg: Finanzieller Druck für Reisebüros

Das setzt die Reiseanbieter unter finanziellen Druck. „Derzeit stehen wir mit leeren Händen da“, sagt Schmidt. „Wir haben keine Einnahmen, müssen aber Miete und Raten für die Lkws bezahlen“, so Korneck. „Für uns wird das komplette Geschäftsjahr gegen Null laufen“, befürchtet Fongar.

Die Sorgen der Reiseanbieter sollen aber nicht das Problem der Kunden sein. „Die lassen wir nicht im Regen stehen“, sagt Schmidt. Zwar haben die Reiseanbieter vorerst ihre Filialen geschlossen, sind aber weiterhin telefonisch und per E-Mail erreichbar. „Unsere Arbeit besteht derzeit darin, den Kunden Auskünfte zu geben, Reisen zu stornieren und Rücküberweisungen zu tätigen“, so Fongar.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.