Verliebte und Verheiratete können bald Schlösser an der Alten Fuldabrücke anbringen

Damit die Liebe ewig hält

Ein romantischer Ort für einen schönen Brauch: Dieter Wagner und Birgit Utermöhlen vom Rotenburger Standesamt zeigen, wo die Liebesschlösser auf der Alten Fuldabrücke aufgehängt werden sollen. Wird das Angebot ein Erfolg, sollen weitere Pfeiler einbezogen werden. Die Schlösser mit Gravur können den Paaren zum Beispiel von Trauzeugen oder Eltern geschenkt werden. Foto: Dupont/Montage: HNA

Rotenburg. Es macht klick. Der Bügel schnappt ins Schloss. Verliebt für immer, hoffen die einen. Gefangen für immer, sagen die anderen schmunzelnd. Was auch immer: In Rotenburg können Verliebte, Verlobte und Verheiratete bald einen Brauch vollziehen, der in vielen Ländern schon lange gute Sitte ist. Sie können ein Liebesschloss an der Alten Fuldabrücke anbringen, das Schloss zuschnappen lassen und den Schlüssel gemeinsam in die Fulda werfen.

„Im Sommer hat eine Frau beim Bauamt angerufen und gefragt, ob es so etwas in Rotenburg gibt“, berichtet der Leiter des Standesamtes, Dieter Wagner. Das Bauamt informierte das Standesamt. Und wie im richtigen Leben, sind auch auf dem Standesamt die Frauen für Herzensangelegenheiten schneller zu erwärmen. „Wir mussten unseren Chef erst mit unserer Begeisterung für die Idee anstecken. Das hat ein bisschen gedauert. Aber jetzt ist auch er Feuer und Flamme“, erzählt Standesbeamtin Birgit Utermöhlen und lacht. Sie hat ihren Chef gemeinsam mit Kollegin Monika Döttger „bearbeitet“.

Ende November wird nun ein verzinktes Drahtgeflecht an zwei Pfeilern des Brückenbogens angebracht, die in der Mitte der Brücke nebeneinander stehen. Das Geflecht, an dem die Liebesschlösser befestigt werden können, wird 1,50 Meter hoch und etwa 40 Zentimeter breit sein.

Am Starttag ausgebucht

Startschuss für den schönen Brauch ist am Samstag, 4. Dezember. Dann ist das Standesamt bereits ausgebucht. Sechs Paare geben sich an diesem Tag dort das Ja-Wort. Nach der Zeremonie begleiten die Standesbeamten die Paare zur Brücke. Die Schlösser erhalten sie zur Feier des Tages - ausnahmsweise - geschenkt.

Nach diesem Tag ist die Brücke der Liebe für alle freigegeben, die ihre Beziehung auf diese Art symbolisch unauflöslich machen wollen. Jeder kann dann dort sein Liebesschloss anbringen. Frisch Getraute sind ebenso willkommen wie Silberhochzeitspaare. Auch Verliebte jeglichen Alters und Geschlechts können diese Tradition in Rotenburg bald pflegen.

Natürlich hoffen alle, dass ihre traute Zweisamkeit dann auch wirklich ewig hält. Was aber passiert mit den Schlössern, wenn die Liebe doch mal zerbricht? Der Leiter des Standesamtes kratzt sich am Kinn und überlegt kurz: „Die Schlösser werden nicht mit dem Bolzenschneider entfernt – jedenfalls nicht von uns.“ 

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Von René Dupont

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