Grenzwerte am Pegel Gerstungen sinken

K+S darf weiter Salzwasser in die Werra leiten: Erlaubnis für 2021 erteilt

Erlaubnis verlängert: K+S darf auch im kommenden Jahr Salzabwässer in die Werra leiten. Unser Bild zeigt das Einleitrohr am Standort Hattorf bei Philippsthal.
+
Erlaubnis verlängert: K+S darf auch im kommenden Jahr Salzabwässer in die Werra leiten. Unser Bild zeigt das Einleitrohr am Standort Hattorf bei Philippsthal.

K+S darf auch im kommenden Jahr Salzabwässer in die Werra einleiten. Das Regierungspräsidium Kassel hat die wasserrechtliche Erlaubnis dafür erteilt.

Philippsthal/Heringen – Das Regierungspräsidium Kassel (RP) hat dem Düngemittelhersteller K+S am Mittwoch die wasserrechtliche Erlaubnis erteilt, auch im kommenden Jahr salzhaltige Abwässer aus den Werken Werra und Neuhof-Ellers in die Werra einzuleiten.

Eine Entscheidung über die Jahre 2022 bis 2027 soll im kommenden Jahr nach Verabschiedung des neuen Bewirtschaftungsplanes durch die Flussgebietsgemeinschaft Weser (FGG Weser) getroffen werden, zu der sich die Anrainer-Länder Bayern, Bremen, Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Sachsen-Anhalt und Thüringen zusammengeschlossen haben.

Laut RP werden erstmals nach Jahrzehnten die Grenzwerte in der Werra am Pegel Gerstungen gesenkt: Der Chloridwert wurde von 2 500 auf 2 400 Milligramm pro Liter reduziert und die Parameter für Magnesium und Kalium ebenfalls etwas vermindert – ein Jahr früher, als von K+S geplant. Die vom Unternehmen beantragte Einleitmenge für 2021 hatte sich an den bisherigen Grenzwerten orientiert.

Die vollständigen Antragsunterlagen habe K+S laut RP Mitte April vorgelegt. Im Zuge der Öffentlichkeitsbeteiligung wurden diese in 66 Kommunen entlang der Werra und Weser zur Einsicht ausgelegt. Wegen der Corona-Pandemie wurde der übliche Erörterungstermin erstmals durch eine Online-Konsultation ersetzt. Insgesamt seien laut RP 549 fristgerechte Einwendungen von Bürgern und Behörden eingegangen. Die neue Einleit-Erlaubnis biete weitere Sicherheit für die Produktion mineralischer Düngemittel und hochreiner Salzprodukte, teilt K+S mit: „Die Erlaubnis ist eine gute Nachricht für unsere Mitarbeiter in den Werken Werra und Neuhof-Ellers. Sie zeigt, dass unsere umfangreichen Investitionen und Maßnahmen zur weiteren Entlastung der Umwelt anerkannt werden und ist auch künftig Ansporn, weitere Verbesserungen auf den Weg zu bringen“, so der K+S-Vorstandsvorsitzende Burkhard Lohr. Während des Anhörungsprozesses für den neuen Bewirtschaftungsplan für Werra und Weser wolle K+S aus Unternehmenssicht wichtige technische und sozioökonomische Aspekte in die Diskussion einbringen.

Die vom Unternehmen für die kommenden Jahre beantragten Grenzwerte sollen zwar schrittweise sinken, sind jedoch höher als von den Anrainer-Ländern bisher vereinbart. Die Produktion bei K+S hängt maßgeblich von der Entsorgung der durch Fabriken und Abraumhalden entstehenden salzhaltigen Abwässer ab. Deren Versenkung in tiefe Gesteinsschichten fällt Ende 2021 als zweiter Entsorgungsweg neben der Einleitung in die Werra weg. Produktionsabwässer sollen künftig in der stillgelegten Kaligrube Springen im Wartburgkreis eingelagert werden. Der dafür nötigen Änderung des Kali-Staatsvertrages haben die Landtage in Hessen und Thüringen kürzlich zugestimmt. Das Abwasser-Aufkommen der Abraumhalden soll durch deren geplante Abdeckung ebenfalls sinken. (Von Jan-Christoph Eisenberg)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.