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Leonhard Rommel ist bester Mechatroniker-Geselle in der Handwerkskammer Kassel

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Von: Laura Hellwig

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Leonhard Rommel hat eine Ausbildung als Kfz-Mechatroniker absolviert und das beste Prüfungsergebnis in der Handwerkskammer Kassel erlangt
Das Arbeiten vor dem Computer ist nichts für ihn: Leonhard Rommel hat eine Ausbildung als Kfz-Mechatroniker absolviert und hat dabei das beste Prüfungsergebnis in der Handwerkskammer Kassel erlangt. © Laura Hellwig

Um acht Uhr beginnt für Leonhard Rommel der Arbeitstag in der Kfz-Werkstatt Modenbach in Rotensee.

Rotensee - Mit einem Blick ins Terminbuch verschaffen er und seine Kollegen sich einen Überblick über die Aufträge des Tages. Der 22-Jährige hat in Hauneck seine Ausbildung zum Kfz-Mechatroniker absolviert und ist jetzt Geselle. Sein Prüfungsergebnis ist das beste seines Ausbildungsjahrgangs in der Handwerkskammer Kassel (HWK). Am Vormittag sind dann erst die Autos an der Reihe, die zur Hauptuntersuchung angemeldet sind, erzählt der Geselle nach Feierabend im Büro, die blaue Latzhose noch an. Die Wagen werden inspiziert und fällt ein kaputtes Teil auf, wird der Besitzer informiert und entschieden, wie weiter vorgegangen werden soll. „Jeder Tag ist anders“, sagt Leonhard Rommel, der in Bodes lebt und aufgewachsen ist. Mit der Erfahrung komme aber auch eine gewisse Routine. „Irgendwann weiß man, was man wie bei welchem Auto zu tun hat.“

Während der Ausbildung hat der Haunecker schon früh selbstständig an den Autos geschraubt, erzählt er. Geschick für die Materie hat er mitgebracht, denn in seiner Freizeit spielt handwerkliches Tun immer eine Rolle. „Das hat mit dem Rasenmähen in der Kindheit angefangen“, sagt Rommel. In der „Mofa- und Moped-Zeit“ ist es dann mit dem Schrauben mehr und spezifischer geworden, erzählt er.

Der 22-Jährige hat auf dem Obersberg sein Fachabitur im Bereich Maschinenbau absolviert. Danach hat er zunächst eine Ausbildung zum Technischen Produktdesigner in Fulda begonnen. Aber: „Den ganzen Tag vor dem Computer zu sitzen war nichts für mich“, sagt Rommel. Auf den Ausbildungsplatz im nahe gelegenen Rotensee ist er dann über einen Bekannten aus dem Heimatdorf Bodes und jetzigen Arbeitskollegen aufmerksam geworden. „Hier passt einfach das Gesamtpaket, das Arbeitsumfeld gefällt mir gut“, sagt der 22-Jährige zufrieden.

Auch das heimatnahe Arbeiten sagt dem Haunecker zu. Seit seiner Jugend engagiert er sich für die Freiwillige Feuerwehr, ist dort mittlerweile Gerätewart. Außerdem ist er stellvertretender Ortsvorsteher in Bodes. Der gute Zusammenhalt im Dorf hat ihn in der Region gehalten, sagt er. Und das schätzt er auch an seinem Arbeitsplatz: „In einem kleineren, familiären Betrieb ist der Zusammenhalt stärker als anderswo.“

Für die Abschlussprüfung, die aus einem theoretischen und einem praktischen Teil besteht, hat Rommel einen Monat im Voraus begonnen zu lernen. Dass er am Ende so gut abschneidet, darauf hat er weder gezielt hingearbeitet noch damit gerechnet. Erfahren hat er davon auch erst kürzlich bei der Handwerkspreisverleihung in der Sparkasse, erzählt der Mechatroniker-Geselle.

Als Grund für den Nachwuchsmangel im Handwerk sieht Rommel unter anderem den Trend zum Studieren. „Viele wissen nach der Schule einfach noch nicht, was sie danach machen sollen“, vermutet er. Ein Studium sei dann für manche vielleicht erst mal ein Ausweg. „Das wird zum Problem“, mahnt er. Allerdings spreche so einiges für eine duale Ausbildung: Sie ist vergütet und man wird selbstständiger. Außerdem lernt man, Eigeninitiative zu zeigen, man ist nicht nur auf sich allein gestellt, sondern arbeitet im Team. Kollegen und Chefs verlassen sich auf einen, so der Geselle. Leonhard Rommel spielt nun mit dem Gedanken, irgendwann auch noch seinen Meister zu machen.

An diesem Tag hat der Mechatroniker unter anderem eine Inspektion gemacht, an einem Auto die Bremsen und an einem anderen den Querlenker gewechselt. Die Tore sind schon zu, es ist dunkel geworden. „Ich muss noch aufräumen“, verabschiedet er sich.

Von Laura Hellwig

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