Anderer Oktober beginnt mit historischem Markt

Das Mittelalter kehrt zurück zur Stiftsruine

Sie sind mit ihrem Feuerwehrauto angereist: Reinhold und Johanna Krause sind „Die Rittermacher“. Sie statten die jungen Gäste mit Helmen, Gewändern, Kronen und Holzschwertern aus.
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Die „Rittermacher“ sind mit ihrem Feuerwehrauto zum Mittelaltermarkt in Bad Hersfeld angereist: Reinhold und Johanna Krause statten die jungen Gäste mit Helmen, Gewändern, Kronen und Holzschwertern aus.

Mit einem Mittelaltermarkt rund um die Stiftsruine beginnt in Bad Hersfeld am Wochenende das Programm für den Anderen Oktober als Alternative zum Lullusfest.

Bad Hersfeld – 400 Kilometer ist Marco Peters aus Flensburg mit seinem Camper-Van angereist, im Schlepptau hat er seinen Verkaufsstand auf Rädern. Seit über 20 Jahren reist Peters von Markt zu Markt, aber in Bad Hersfeld ist er dieses Wochenende zum ersten Mal. Heute und morgen verkauft er auf dem Mittelaltermarkt im Bad Hersfelder Stiftspark Schmuck:Edelsteine und Silber im typisch-mittelalterlichen Schliff, aber auch Ringe und Anhänger mit keltischen Motiven oder Symbolen aus der Wikingerzeit.

Bad Hersfeld liege knapp an der Grenze seines Verbreitungsgebiets, erzählt Peters. „Aber wir sind froh, dass wir überhaupt umherfahren dürfen und das obwohl wir ja eigentlich die sicherste Einkaufsmöglichkeit bieten mit unseren Ständen unter freiem Himmel.“

Die Freude darüber, dass wieder Feste und Märkte stattfinden dürfen, merkt man sowohl den Händlern als auch dem Veranstalter an. „Alle sind jetzt froh, dass die lange Durststrecke vorbei ist“, sagt Carolan Lieb, Geschäftsführer der Agentur Lorraine Médivale und Veranstalter des Mittelaltermarkts im Stiftspark. Der im Rahmen des sogenannten „Anderen Oktobers“ stattfindende Markt ist für Lieb die neunte Veranstaltung in diesem Jahr. Vor der Corona-Pandemie war er zur gleichen Zeit bereits auf doppelt so vielen Märkten vertreten gewesen, berichtet er.

Besonders hohen Stellenwert hat der stattfindende Mittelaltermarkt für die vielen Händler, die hauptberuflich in dieser Branche tätig sind. Dazu zählen neben Schmuckverkäufer Marco Peters auch Johanna und Reinhold Krause. Die beiden fahren mit ihrem alten Feuerwehrauto von Fest zu Fest. Diesmal sind sie aus dem Allgäu angereist. Für Reinhold Krause ist dieser Markt jedoch ein Besuch in der alten Heimat – er ist in Kathus geboren und in Bad Hersfeld aufgewachsen.

Das restaurierte Feuerwehrauto sei zwar nicht schnell, ziehe dafür aber den Anhänger mit Zelt und Inventar problemlos jeden Berg hoch, erzählt Johanna Krause. Sie und ihr Mann nennen sich die „Rittermacher“: Von Ritterhelmen und Kronen über Dolche bis hin zu Schwertern gibt es bei ihnen alles für die Ritter- oder Prinzessinnenausrüstung. Als besonderen Höhepunkt können sich die neu erkorenen Prinzessinnen und Prinzen dann auch ihren Namen in ein Holzschwert einbrennen lassen.

An den insgesamt 40 Marktständen gibt es neben typisch mittelalterlichen Gewändern auch Korbflechter und Schmiede zu entdecken, heißt es in der Ankündigung. Aber auch zum Schlemmen gibt es reichlich Angebote. Zum Marktgelände vor der Stiftsruine gibt es zwei Einlasskontrollen, am Katharinenturm und am Durchgang Richtung Vitalisstraße. Dort werden auch die drei Gs abgefragt – geimpft, getestet oder genesen. Nachweise würden aber nur stichprobenartig verlangt, heißt es vom Veranstalter. Geöffnet ist der Markt Samstag von 12 bis 22 Uhr und Sonntag von 11 bis 18 Uhr. Der Eintritt beträgt sechs Euro, ermäßigt vier Euro. Wegen des Lollslaufs kann es zu Verkehrsbehinderungen kommen. (Laura Hellwig)

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