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Abwasserfrage in Schenklengsfeld ist ungeklärt

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Von: Jan-Christoph Eisenberg

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Handlungsbedarf: Ob die Kläranlage in Malkomes am bisherigen Standort erneuert oder durch eine Druckleitung nach Bad Hersfeld ersetzt wird, muss spätestens Ende Oktober entschieden sein.
Handlungsbedarf: Ob die Kläranlage in Malkomes am bisherigen Standort erneuert oder durch eine Druckleitung nach Bad Hersfeld ersetzt wird, muss spätestens Ende Oktober entschieden sein. © Jan-Christoph Eisenberg

Wodurch die nicht mehr dem Stand der Technik entsprechende Teichkläranlage der Gemeinde Schenklengsfeld in Malkomes ersetzt werden soll, ist nach wie vor offen.

Schenklengsfeld – Als Alternativen stehen seit geraumer Zeit Sanierung beziehungsweise Neubau am bisherigen Standort oder der Anschluss an die Kläranlage Bad Hersfeld im Raum – jeweils gemeinsam mit der Nachbargemeinde Friedewald, die ihr eigenes Klärwerk wohl aufgeben wird. Bei einem Ortstermin der Unteren und Oberen Wasserbehörde habe sich kürzlich allerdings herausgestellt, dass beide Varianten derzeit nicht umsetzbar seien, berichtete Schenklengsfelds Bürgermeister Carl Christoph Möller in der jüngsten Sitzung des Gemeindeparlaments.

Größtes Problem ist laut Rathauschef noch immer der hohe Anteil von Fremdwasser im Kanalnetz, der durch umfangreiche Baumaßnahmen zwar von 85 auf 76 Prozent gesenkt worden sei, tatsächlich aber bei 50 Prozent liegen müsste. Nach starken Regenfällen betrage das Abwasseraufkommen aus beiden Gemeinden bis zu 118,5 Liter pro Sekunde, die Kläranlage der Kreisstadt verkrafte aber nur eine Spitzenlast von 75 Litern pro Sekunde.

Wegen verschärfter Grenzwerte sei laut Möller auch die Einleitung in die Solz und damit die Ertüchtigung beziehungsweise der Neubau am bisherigen Standort nicht mehr möglich. Grundlage seien allerdings Daten aus dem Jahr 2015, in denen weder berücksichtigt sei, dass der Fluss durch die Abtrennung mehrerer Außengebietsentwässerungen vom Kanalnetz inzwischen mehr Wasser führe, noch, dass sich ein Laugenzutritt nach dem Ende der Versenkung durch K+S verringert haben dürfte.

Spätestens Ende Oktober muss das Gemeindeparlament allerdings über die Zukunft der Kläranlagen im Malkomes und Wippershain entschieden haben, da anderenfalls die Wasserbehörden bereits mit Zwangsmaßnahmen gedroht haben. Im März hatten die Gemeindevertreter dem Gemeindevorstand deshalb Fristen gesetzt, bis wann welche Informationen als Entscheidungsgrundlage vorliegen sollen (unsere Zeitung berichtete). Eine Kosten-Nutzen-Analyse zu Malkomes war demnach im Juli vorgesehen. Mehrere Vertreter von Bürgerliste und Zukunft Miteinander (Zumit) drangen deshalb jetzt darauf, diese zeitnah zu erhalten – notfalls als Grobkalkulation, ohne dass alle Parameter feststehen. Als Grundlage für diesen Vergleich müsse die beauftragte EAM zunächst klären, wie weit sich der Fremdwasseranteil senken lasse, entgegnete der Bürgermeister – anderenfalls bestehe die Gefahr, überdimensioniert zu bauen oder mehrere Millionen für eine nicht praktikable Lösung zu investieren.

Mit Blick auf die bisherigen interfraktionellen Gespräche und Behörden-Termine äußerte sich der Parlamentsvorsitzende Rainer Daube (SPD) dennoch optimistisch, dass es bis Herbst zu einer Entscheidung kommt. „Wir wollen uns in keine Zwangslage begeben. Die Behörden wissen, dass sich etwas bewegt“, betonte er.

Eine Alternative für den Fall, dass sich tatsächlich weder Druckleitung nach Bad Hersfeld noch Neubau als umsetzbar erweisen, hätten auch die Behörden nicht aufgezeigt, wie Möller auf Nachfrage der Gemeindevertreter erklärte: „Es hieß lediglich: Sie hatten zehn Jahre Zeit, das Problem zu lösen.“ (Jan-Christoph Eisenberg)

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