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Sommerabend im Eichhof – Shiregreen begeistert seine Fans

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Im Umfeld der Bad Hersfelder Festspiele hat die Rotenburger Gruppe Shiregreen am Dienstag ein Konzert im romantischen Hof von Schloss Eichhof gegeben.

Shiregreen im Festspielhof des Auenland-Schlosses Eichhof
Shiregreen im Festspielhof des Auenland-Schlosses Eichhof: Johannes Gunkel (von links), Klaus Adamaschek, Sascha Schmitt und Lukas Bergmann. © Wilfried Apel

Bad Hersfeld - Sphärische Klänge, mitunter an George Gershwins Titel „Summertime“ erinnernd, eigentlich aber drei später gespielte Shiregreen-Songs vorwegnehmend, bilden die Ouvertüre. Kontrabassist Johannes Gunkel, Akkordeonist Sascha Schmitt und Zaubergeiger Lukas Bergmann versetzen das Publikum in Shiregreen-Stimmung, ehe Klaus Adamaschek, der Singer-Songwriter, kommt und sich mit seinen Jungs über die vielen trotz der Hitze gekommenen Menschen freut.

Was liegt näher, als auch musikalisch auf den Sommer einzugehen, und sei es auch nur auf den „Indian Summer“, den etwas späteren, schon im Herbst liegenden: Es könnte die beste Zeit des Lebens sein, singt der 64-jährige Braacher, der gerne herausstellt, dass er nicht nur geliebter Ehemann, sondern auch fünffacher Großvater ist. Der aber auch anschaulich von seiner alten Heimat Ruhrgebiet erzählt: „In diesen Straßen“, wo er als Schüler den auf dem Rhein-Herne-Kanal vorbeifahrenden Schiffen hinterhergeschaut hat: „Am Ufer stehn“. Der schon früh auf „Deutschlandreise“ gegangen ist – und noch immer geht und dabei davon träumt, dass für so manches schöne Fleckchen doch kein Betretungsverbot bestehen möge: „Niemandes Land“.

Beim Song „Freedom Fighter“, der ihm 2008 als Wettbewerbsgewinner einen Amerika-Aufenthalt eingebracht hat, scheut Adamaschek nicht davor zurück, das Versagen eines Lehrers zu beleuchten, der seinen Schülern hohe Ideale nahebringt, dann aber an dem am Wegesrand sitzenden Bettler vorbeigeht. Und er beschäftigt sich – mit Mundharmonikaklängen eindrücklich unterstrichen, mit Geigenklängen vielleicht ein bisschen zu viel untermalt – mit dem Weg des geliebten Vaters, für den jeder Krieg ein Verbrechen gewesen ist: „Hundert Mann und ein Befehl“.

Nach der Pause erlebt das Publikum eine Weltpremiere. Gerade mal vier Tage ist es alt, das als Walzer angelegte Lied vom Sonnenuntergang, den die Adamascheks auf ihrer „Guttelsburg“ an jedem schönen Abend über Baumbach erleben. So manches Smartphone wird zum Aufnehmen hochgehalten – wie auch bei weiteren die Verantwortung fürs Leben, das eigene und das der Nachkommen, betonenden Stücken, die die Instrumentalisten hervorragend begleiten.

Es ist kein Wunder, dass das eher etwas ältere Publikum begeistert Beifall klatscht, sich erhebt, und dass es drei Zugaben gibt. Die Zweite ist ein Gute-Nacht-Lied. Passenderweise wird darin von einem warmen Sommerabend an der dänischen Ostseeküste erzählt. Einem fast so warmen und schönen wie im Hof von Schloss Eichhof.

Von Wilfried Apel

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