Künstlerin Renate Wandel arbeitet in Bad Hersfeld an einem Projekt zu Propheten

Malen mit der Kraft göttlicher Worte

Das Foto zeigt die Bad Hersfelder Malerin Renate Wande mit ihrem Gemälde „Elias verschließt den Himmel“, dem ersten Bild aus ihrem Elias-Zyklus.
+
„Elias verschließt den Himmel“: Künstlerin Renate Wandel mit dem ersten Bild aus ihrem Elias-Zyklus, den sie mit finanzieller Unterstützung der Hessischen Kulturstiftung erstellt hat.

In Zeiten, in denen selbst ernannte Propheten ihre kruden Theorien verbreiten, hat die Künstlerin Renate Wandel aus Bad Hersfeld sich verstärkt den biblischen Verkündern zugewandt.

Bad Hersfeld - Intensiv hat Renate Wandel in den vergangenen Monaten an ihrem neuesten Projekt über Propheten gearbeitet. Im Zentrum steht dabei ein Bilderzyklus über den Propheten Elias. Renate Wandel hat dabei nicht nur den biblischen Text, sondern das Oratorium „Elias“ von Felix Mendelssohn Bartholdy als Grundlage genommen und daraus zehn großformatige Ölgemälde entwickelt, die zentrale Stationen der Elias-Geschichte erzählen. Elias kämpfte gegen König Ahab, der das Volk Israel vom Glauben an Gott abgebracht hatte und Baal verehrte.

Durch Elias ließ Gott eine dreijährige Dürre und damit verbunden große Not über die Israeliten kommen. Gleichzeitig sorgte er dafür, dass Elias versorgt wurde, durch Raben und eine Witwe, deren Mehl- und Ölvorräte dafür nie zu Ende gingen. Als der Sohn der Witwe starb, wurde er durch Elias wieder zum Leben erweckt.

Weitere Wunder vollbrachte Elias, um das Volk Israel davon zu überzeugen, dass Gott mächtiger als Baal ist, unter anderem ein Feuerwunder. Er lässt es auch wieder regnen und beendet so die Hungersnot. Die Baals-Propheten lässt er durch das von den Wundern überzeugte Volk hinrichten. Elias fährt schließlich in den Himmel auf.

Renate Wandel hat zu den Elias-Texten zehn kraftvolle, ausdrucksstarke und farbenfrohe Bilder gestaltet. Unterstützt wurde sie dabei von der Hessischen Kulturstiftung, die der Künstlerin im Rahmen des Kulturförderprogramms „Hessen kulturell neu eröffnen – Übergang meistern“ ein Arbeitsstipendium in Höhe von 2000 Euro gewährte. Freischaffende Künstler seien durch die Absage von Ausstellungen und damit fehlende Präsentations- und Verkaufsmöglichkeiten oft in Schwierigkeiten geraten, erläutert Renate Wandel. Sie selbst ist dankbar für diese Unterstützung, die den Erwerb von Material ermöglichte, und froh, nach wie vor Kunstunterricht an Schulen geben zu können.

Und sie hofft, ihre Elias-Bilder, gemeinsam mit zahlreichen anderen Grafiken, Drucken und Gemälden in verschiedenen Techniken, in denen sie sich mit biblischen Propheten auseinandergesetzt hat, in ihrer neuen Galerie zeigen zu können.

Bis Mitte des Jahres will sie die neuen Räume hergerichtet haben und ist zuversichtlich, dass bis dahin auch die Corona-Pandemie soweit eingedämmt ist, dass kulturelle Veranstaltungen und Ausstellungen wieder möglich sein werden. Ihre bisherige Galerie, die Rotation 31 in den Räumen der ehemaligen Druckerei der Hersfelder Zeitung in der Klausstraße 31, musste Wandel wegen eines dort geplanten Bauprojekts aufgeben. Die neuen Räume befinden sich in unmittelbarer Nachbarschaft erzählt sie.

Weitere Ausstellungen sind in Erfurt in der Michaeliskirche, in Kronach in der Synagoge und in Polch in der ehemaligen Synagoge geplant. Insgesamt, so erklärt Galerist Jürgen Lindhorst, werde die Ausstellung nach bisherigen Erfahrungen bundesweit an mindestens zehn Orten gezeigt. (Christine Zacharias)

Zur Person: Die Künstlerin Renate Wandel stammt aus Berlin und lebt seit 1980 im Kreis Hersfeld-Rotenburg. Von 1966 bis 72 hat sie an der Hochschule der Künste in Berlin Malerei, Bildhauerei und Baugeschichte studiert. Seit 1972 ist sie freiberuflich als Malerin und Bildhauerin tätig. Daneben gibt die 72-Jährige an einigen Schulen Kunstunterricht. 2001 bis 2002 war sie Klostermalerin im Kloster Cornberg in Hessen. Zu ihren Themen gehören vor allem Motive aus der antiken Mythologie, der klassischen Dichtung und der Bibel. Ihre Werke werden bundesweit ausgestellt.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.