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Schulden der Gemeinde Schenklengsfeld steigen weiter

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Von: Jan-Christoph Eisenberg

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Der von Bürgermeister Carl-Christoph Möller vorgelegte Haushaltsentwurf der Gemeinde Schenklengsfeld für das Jahr 2022 ist defizitär.

Schenklengsfeld - Obwohl der Ergebnishaushalt einen Fehlbetrag von 298 410 Euro aufweist und die Jahreskredittilgung von 677 600 Euro nicht vollständig aus dem Saldo der laufenden Verwaltungstätigkeit von 372 600 Euro geleistet werden kann, ist das Zahlenwerk laut Rathauschef dennoch genehmigungsfähig.

Die Schulden der Gemeinde Schenklengsfeld steigen weiter.
Die Schulden der Gemeinde Schenklengsfeld steigen weiter. © Jens Büttner/dpa

Grund dafür sei, dass zum Jahreswechsel 2,49 Millionen Euro zur Verfügung standen, wovon 1,116 Millionen zweckgebunden für Kanal-, Wasser- und Straßenbau sind. Aus der ungebundenen Liquidität von 1,31 Millionen Euro könnten sowohl der aktuelle Fehlbetrag als auch der fehlende Anteil der Kredittilgung und der Jahresfehlbetrag aus 2019 von 67 200 Euro abgedeckt werden. Zudem zeichne sich ein ausgeglichenes Jahresergebnis 2020 ab und die mittelfristige Finanzplanung bis 2025 sehe ebenfalls keine Defizite vor – auch, weil die Gemeinde gemäß dem Erneuerbare-Energien-Gesetz künftig jährlich 200 000 Euro Beteiligungen an den Windparks Eichberg und Wippershainer Höhe erwartet.

Der Ergebnishaushalt

Aktuell stehen im Ergebnisteil Erträge von rund 10,3 Millionen Euro Ausgaben von rund 10,6 Millionen Euro gegenüber, woraus sich der Fehlbetrag von knapp 300 000 Euro ergibt. Dabei fielen die Einnahmen zwar trotz Corona rund 59 200 Euro höher als im Vorjahr aus, allerdings seien mit 382 200 Euro mehr auch die Ausgaben deutlich gestiegen. Den größten Anteil daran hätten mit 352 200 Euro die Personal- und Versorgungsaufwendungen, wobei 278 000 Euro auf einen durch gesetzliche Vorgaben höheren Personalschlüssel in den Kitas entfalle. Die Aufwendungen für Sach- und Dienstleistungen erhöhen sich um 193 900 auf rund zwei Millionen Euro. Größere Posten sind dabei die Teichräumung der Kläranlage Malkomes (60 000 Euro) und 45 000 Euro für einen Vergleich im Verfahren um die Beckenauskleidung im Freibad.

Der Finanzhaushalt

Im Finanzhaushalt ist im laufenden Jahr ein Investitionsvolumen von 5,6 Millionen Euro vorgesehen. Dafür erwartet die Gemeinde Einzahlungen, Zuschüsse und Beiträge in Höhe von 2,46 Millionen Euro. 3,47 Millionen Euro müssen daher über Kredite finanziert werden. Getilgt werden demgegenüber Verbindlichkeiten in Höhe von 677 600 Euro. Der Schuldenstand wächst damit zum Jahresende auf voraussichtlich 25,06 Millionen Euro an. Der Höchstbetrag der Liquiditätskredite – vergleichbar mit dem privaten Dispo – wird auf 1,75 Millionen Euro festgesetzt.

Die Investitionen

Das umfangreiche Investitionsprogramm der Gemeinde umfasst laut Möller überwiegend Pflichtaufgaben: 616 900 Euro entfallen auf den Bereich Abwasserentsorgung, 1,33 Millionen Euro auf die Wasserversorgung, 818 000 Euro auf den Straßenbau sowie 1,7 Millionen Euro auf das Feuerwehrwesen. Zu den größten Einzelposten zählen die Jahresanteile von 1,5 Millionen Euro für den Feuerwehr-Neubau in Schenklengsfeld und von 505 000 Euro für den zu 90 Prozent aus der Hessenkasse geförderten Neubau der Solzbrücke in Malkomes, 396 900 Euro für die Kanalerneuerung in Wippershain, 320 000 Euro für die Pump- und Aufbereitungsanlage Erdmannrode, 296 600 Euro für die Erneuerung der Wasserleitungen sowie 213 000 Euro für den Straßenbau in Wippershain und 202 900 Euro für die Anschaffung eines ebenfalls aus der Hessenkasse geförderten Kommunaltraktors.

Von Jan-Christoph Eisenberg

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