Künstlergruppe aus Rotenburg nutzt leer stehenden Verkaufsraum für Ausstellung

Die Dienstagsmalerinnen

Haben sich einen Ausstellungsraum geschaffen: Die Künstlerinnen Simone Benz-Schmitt (von links), Ute Benz, Edith Heinisch und Helga Schulze zeigen ihre Bilder in der Brückengasse. Foto: Lischper

Rotenburg. Sechs Frauen wollen Rotenburg bunter machen: Mit ihren Bildern, die sie in ein leeres Schaufenster in der Brückengasse drapiert haben, füllen sie nicht nur einen leeren Flecken. Sie haben auch den optimalen Ausstellungsraum für ihre Kunst gefunden – hier kommen viele Menschen automatisch vorbei.

„Einen Namen haben wir nicht, aber wir könnten uns die Dienstagsmaler nennen“, sagt Helga Schulze. Sie schaut in die Runde ihrer Kolleginnen, und alle lachen los. Die lustige Truppe trifft sich immer dienstags zum privaten Malen und donnerstags beim Künstler Bernd Weyland in Bad Hersfeld. Dann wird gemeinsam gemalt, Tee getrunken und kritisiert.

Ein Fels wird zum Brot

Zwar sehe man sich nicht als Konkurrenz, die Kunst, kritisch zu hinterfragen, gehöre aber dazu, sind sich die Damen einig. „Da bekommt man auch mal gesagt, dass der gemalte Fels aussieht wie ein schwimmendes Brot“, sagt die 67-jährige Edith Heinisch.

Die im Schaufenster ausgestellten Bilder sind allesamt mit Öl gefertigt. Einige Skulpturen lockern die Leinwandstaffelung auf.

Der Kern der Gruppe kennt sich seit den 90er-Jahren. Das Malen gehört für sie zum Alltag, macht ihn lebendig und beruhigt, sagt Heinisch. Die Jüngste der Gruppe ist mit 48 Jahren Simone Benz-Schmitt. Sie ist auch diejenige, die den Raum stellt, da das Haus ihrem Mann gehört und für den Laden ein Nachmieter gesucht wird.

Als sie von ihren Kolleginnen im Juli darauf angesprochen wurde, ob sie den Raum auf diese Weise nutzen könnten, sagte sie: „Ja klar!“. Sie findet: „Kunst macht das Leben bunter.“ Wenn die Ergebnisse ihrer kreativen Stunden nicht in einem Schaufenster präsentiert werden, dann hängen die Bilder in Arztpraxen, Restaurants, Bürgerzentren oder dem HKZ, vorwiegend in der Region, zum Teil aber auch in Eisenach und Frankfurt. Einige der Malerinnen verkaufen ihre Bilder und manche verschenken sie. Was zählt, ist die Freude am gemeinsamen Malen – „ganz ohne Zwang“, sagt Ute Benz (73).

Übrigens stellt ganz ähnlich auch der Rotenburger Maler Franz Mansky seine Bilder aus: Im ehemaligen Haus Tognino an der Breitenstraße.

Von Anna Lischper

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