In 25 Fällen verurteilt: Drogen-Dealer muss hinter Gitter

Rotenburg. Ein Dealer muss hinter Gitter: Wegen unerlaubten Handels mit Betäubungsmitteln in 25 Fällen verurteilte die Strafrichterin im Amtsgericht Rotenburg einen 28-Jährigen aus dem Kreisgebiet zu zwei Jahren und sechs Monaten Freiheitsentzug.

Bewährung gab es nicht, weil der junge Mann ein erhebliches, auch einschlägiges Vorstrafenregister hat und bereits unter Bewährung stand.

Er habe sich nicht strafbar gemacht, sagte der Angeklagte bei seiner Vernehmung zu Beginn der Verhandlung. Weitere Angaben zur Sache wollte er nicht machen. Auch als ihn die Staatsanwältin darauf hinwies, dass sie bei einem sofortigen Geständnis für eine Bewährungsstrafe plädieren würde, wenn sich die Tatvorwürfe während der Verhandlung als wahr herausstellten, blieb er bei seiner Unschuldsbeteuerung.

Geholfen hat ihm das nicht, denn eine Zeugin packte vor Gericht aus. Die 33-Jährige, die inzwischen nicht mehr im Kreisgebiet lebt, berichtete, dass sie über einen längeren Zeitraum hinweg mehrmals in der Woche beim Angeklagten Haschisch und andere Betäubungsmittel für den Eigenbedarf gekauft hatte: fast immer zusammen mit ihrem damaligen Freund und zeitweise sogar täglich.

Drei weitere Zeugen aus dem Bekanntenkreis des 28-Jährigen mauerten dagegen so offensichtlich, dass die Staatsanwältin nachhakte, ob sie Angst vor dem Angeklagten hätten. Das verneinten sie. Einer der Zeugen widerrief Angaben, die er bei der Polizei gemacht hatte, der Zweite sprach von Gedächtnislücken. Und der Dritte berief sich, wenn es eng wurde, auf sein Recht, sich nicht selbst einer Straftat bezichtigen zu müssen. Eine vierte Zeugin erschien erst gar nicht. Vier Anklagepunkte, in denen es nur um geringe Mengen an Betäubungsmitteln ging, ließ das Gericht deshalb fallen.

Bei einer Hausdurchsuchung beim Angeklagten fand die Polizei unter anderem Präzisionswaagen mit Spuren von Betäubungsmitteln und Raucherutensilien. Er selbst gab an, gelegentlich Drogen konsumiert zu haben, jetzt aber nicht mehr.

Nach Abschluss der Beweisaufnahme blieben 25 Tatvorwürfe, die sowohl die Staatsanwältin als auch die Richterin aufgrund der Angaben der 33-Jährigen als erwiesen ansahen. Diese Zeugenaussage sei detailliert und glaubwürdig, sagte die Richterin der Urteilsbegründung. Die Zeugin habe ohne Belastungstendenz gegen den Angeklagten ausgesagt. Anderer Meinung war zuvor der Verteidiger des 28-Jährigen. Ihm waren die Angaben der Zeugin zu vage, um seinem Mandanten zu verurteilen.

In das Strafmaß bezog das Gericht ein vorausgegangenes Gerichtsurteil gegen den Angeklagten ein und bildete eine Gesamtstrafe. (ysy)

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