Parlament legt neue Nutzungs-Regelungen fest

Nach Drogenproblemen: Gemeinde Ronshausen holt sich Jugendraum zurück

Jugendraum Ronshausen im Haus des Gastes. Der Jugendclub muss ausziehen. Unser Foto zeigt von links Ralf Bartholmai, Geschäftsführer der Drogenhilfe Nordhessen, Bürgermeister Markus Becker und Sozialarbeiterin Diana Voigt-Hohoff
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Machten sich vor Ort ein Bild von der Situation: von links Ralf Bartholmai, Geschäftsführer der Drogenhilfe Nordhessen, Bürgermeister Markus Becker und Sozialarbeiterin Diana Voigt-Hohoff. Sie arbeiten an einem neuen Konzept für die Jugendhilfe. 

Die Gemeinde Ronshausen hat die Regeln für die Nutzung ihres Jugendraums geändert: Nicht mehr der Jugendclub, sondern die Gemeinde ist jetzt wieder zuständig. 

In ihrer letzten Sitzung in diesem Jahr haben Ronshausens Gemeindevertreter sich am Donnerstagabend mit Beschlüssen zur Nutzung des Hauses des Gastes und des Festplatzes befasst. Darunter fiel auch die Neuregelung beim Jugendraum. Um die Benutzungs- und Gebührenordnung im Haus des Gastes den aktuellen Entwicklungen anzupassen, haben Ronshausens Gemeindevertreter mehrere Änderungen beschlossen. 

Gemeinde und Verein profitieren von neuer Regelung

Demnach wird der ESV Ronshausen, der mit seiner Kegelabteilung die Kegelbahn im Haus des Gastes bewirtschaftet, künftig als Pächter eingetragen. „Wir erreichen hierdurch eine Win-Win-Situation bei Abrechnungsfragen“, erklärte Bürgermeister Markus Becker. Sowohl Gemeinde als auch Verein würden profitieren. „Das ist eine gute Möglichkeit, um die Attraktivität unserer Kegelbahnanlage zu erhöhen“, sagte Becker.

Zudem angepasst wird die gebührenfreie Nutzung des Haus des Gastes, die neben der Blutspendeaktion des DRK-Ortsvereins und dem Heimatabend der Kirmes nun auch für den gemeinnützig organisierten Kindersachenbasar ganz offiziell gilt. Zuvor waren hierfür jedes Mal Parlamentsbeschlüsse erforderlich gewesen.

MarkusBeckerBürgermeister

Neues Konzept für den Jugendraum muss erst erarbeitet werden

Ein weiterer und nicht ganz unumstrittener Bestandteil der Änderungen betrifft die Nutzung des Jugendraums im Haus des Gastes. Diese war bislang dem Ronshäuser Jugendclub übertragen gewesen. „Da dieses Konzept aktuell nicht mehr durchführbar ist, müssen wir es anpassen“, sagte Bürgermeister Becker. Hintergrund sind Drogenprobleme, die im Umfeld des Jugendraums verstärkt aufgetreten waren – unsere Zeitung berichtete.

„Dass hier die Notbremse gezogen werden muss, ist leider unvermeidlich“, sagte SPD-Fraktionsvorsitzender Matthias Tobi.

MatthiasTobiSPD-Fraktion

Lösung für ältere Jugendliche soll gefunden werden

Er habe aber die Hoffnung, dass die Gemeinde gemeinsam mit Sozialarbeiterin Diana Voigt-Hohoff vom SOS-Projekt (Sozialraumorientierte Suchthilfe) und Ralf Bartholmai von der Drogenhilfe Nordhessen auch wieder eine Lösung für die älteren Jugendlichen finden werde. 

„Jugendliche sind nicht nur von zwölf bis 17 Jahren zu sehen – früher hat gerade die Mischung mit den Älteren das Besondere des Jugendclubs ausgemacht“, sagte Tobi, der um regelmäßige Informationen seitens des Gemeindevorstandes in dieser Sache bat. Mit zwölf Ja-Stimmen bei einem Nein von Petra Möller (SPD) wurden alle Änderungen für das Haus des Gastes mit großer Mehrheit beschlossen.

Auch neue Regeln auf dem Festplatz

Auch für den Festplatz einigte sich das Parlament auf eine neue „planbare Vereinbarung für Vereine, die das dann eindeutig regelt“, wie Bürgermeister Becker es formulierte. Örtlichen Vereinen wird der Festplatz demnach für die Ausrichtung der Kirmes gegen eine Gebühr von 500 Euro zur Verfügung gestellt. Für die Organisation von Musikveranstaltungen müssen örtliche Vereine 150 Euro pro Veranstaltungstag einkalkulieren. 

Ausrichtung der Kirmes schwieriger

Die einzige Gegenstimme kam von Matthias Tobi, der „die Senkung zwar positiv findet – aber noch zu wenig. Ich hoffe, wir stehen in ein paar Jahren nicht hier und müssen darüber reden, dass die Gemeinde noch etwas zahlen muss, um eine Kirmes zu haben“, sagte Tobi. Jemanden für die Ausrichtung der Kirmes zu finden werde immer schwieriger, hatte auch Bürgermeister Becker zuvor gesagt.

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