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Arbeitslosenquote sinkt im Landkreis, aber Anzeichen für abschwächende Konjunktur

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Von: Christopher Ziermann

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Der Fachkräftemangel, unter anderem in der Pflegebranche, macht der heimischen Wirtschaft nach wie vor zu schaffen. Symbol
Der Fachkräftemangel, unter anderem in der Pflegebranche, macht der heimischen Wirtschaft nach wie vor zu schaffen. Symbol © Marijan Murat/dpa-Bildfunk

Von einem robusten Arbeitsmarkt, aber auch von „Wolken am Horizont“ spricht Waldemar Dombrowski angesichts der Arbeitslosenzahlen für den Monat April.

Hersfeld-Rotenburg - Die Quote ist laut dem Chef der Agentur für Arbeit Bad Hersfeld-Fulda zwar von 3,4 Prozent im Vormonat auf 3,3 gesunken – es gebe aber Anzeichen für eine abschwächende Konjunktur. Zu dieser Einschätzung kommt Dombrowski, weil im April mit 484 Personen deutlich weniger zuvor Arbeitslose eine Beschäftigung gefunden haben als im März (570) und auch als im Vorjahresmonat (608).

„Die Unternehmen in der Region stehen vor multiplen Herausforderungen. Die Corona-Lage hat sich noch nicht gänzlich entspannt, sodass Ausfälle erkrankter Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aufgefangen werden müssen. Sie benötigen dringend qualifiziertes Personal, doch in zahlreichen Berufen fehlen geeignete Bewerber. Zudem stellen der Mangel an Vorprodukten sowie die stark gestiegenen Energie- und Rohstoffpreise enorme Herausforderungen für Wirtschaft und Gesellschaft dar“, erklärt Agenturleiter Dombrowski und weist auch auf die negativen Folgen des Krieges in der Ukraine hin. Diese hätten im Landkreis aber bislang nicht zu Entlassungen oder Kurzarbeit geführt.

Insgesamt bleibt es aber dabei, dass der Arbeitsmarkt im Landkreis robust ist. Hersfeld-Rotenburg hat nach den Kreisen Fulda (2,6 Prozent) und Bergstraße (3,1) die niedrigste Quote Hessens und liegt auch deutlich unter dem Bundesschnitt (siehe Statistik). Die Arbeitslosigkeit in Waldhessen ist im April durch die Frühjahresbelebung wie üblich gesunken – in allen Personengruppen, sowohl gegenüber dem Vormonat als auch gegenüber April 2021. Überproportional profitieren Männer, die verstärkt in die Außenberufe zurückkehren. Im April waren 1200 Männer im Kreis arbeitslos gemeldet und damit 60 weniger als im März, bei den Frauen (derzeit 924) sank die Zahl nur um elf.

Problematisch bleibt in Waldhessen der Fachkräftemangel. Den 2124 Arbeitslosen stehen nämlich immerhin 1423 offene Stellen gegenüber. Bedarf an Fachkräften besteht laut der Agentur für Arbeit in nahezu allen Bereichen. Besonders gesucht werden derzeit Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Handwerk, in der Pflege sowie in der Gastronomie. Die zahlreichen offenen Stellen könnten eine Chance für die aus der Ukraine geflüchteten Menschen sein, so Dombrowski. Jedoch sei derzeit wegen der komplexen Situation unklar, in welchem Umfang die Menschen in der Region verbleiben und eine Erwerbstätigkeit aufnehmen werden.

Von Christopher Ziermann

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