Lüdersdorfer Vereine spielten Schwank zum Kirmesauftakt

Durcheinander bei den Lindemanns

Sind deprimiert: Otto (Joachim Koch) und Klarissa (Johanna Mangold) fragen sich, wie ihre Familie nur wieder zueinanderfindet.

Lüdersdorf. „Man wird sich doch mal irren dürfen“ heißt der Dorfschwank, mit dem die Lüdersdorfer Vereine die Kirmes eröffnet haben. Eine Gruppe von zwanzig Aktiven hatte sich zusammengefunden, um den Kirmesfreitag mit dem Laien-Theaterstück aufzuwerten.

Die Lüdertalhalle war voll besetzt. „Wir hätten sogar noch mehr Karten verkaufen können“, berichtete Ortsvorsteher Uwe Lindemann. Wer eine Karte ergattert hatte, erlebte ein lustiges und professionell gemachtes Theaterstück. Die Hauptrolle hatte Opa Max (Stefanie Koch), die gute Seele der Familie Lindemann. Er ist der ruhende Pol im Durcheinander zwischenmenschlicher Beziehungen.

Seine Töchter Inge (Nicole Grau) und Anni (Peggy Schmidt) könnten unterschiedlicher kaum sein: die eine schön und hilfsbereit, die andere böse und verbissen. Zum Haushalt gehören auch Inges Mann Paul (Stefan Trieschmann) sowie die Kinder Peter (Jens Trieschmann) und Paula (Lilly Flechsenhar). Die Nachbarfamilie wird vom „Drachen“ Erna (Ursula Mangold) regiert. Sie führt ein strenges Regiment über ihren Mann Otto (Joachim Koch) und die zwei Töchter Klärchen (Johanna Mangold) und Lenchen (Laura Knierim).

Lustige Szenen ergeben sich vor allem aus den Streitigkeiten von Erna und Otto. Auf seine Idee, zum Geburtstag Bauchtänzerinnen zu engagieren, antwortet Erna mit dem Schnitzelklopfer. Mit blutigem Kopf erhält Otto bei Lindemanns Asyl. Inge nimmt sich aller Schutzsuchenden an. So findet auch Annis Untermieter (Marius Schade), der eiskalt vor die Tür gesetzt wird, Unterschlupf.

Tipps für die Kuhmagd

Gleichzeitig gibt Inge Mode- und Kosmetiktipps. Aus „Kuhmagd“ Klärchen wird die attraktive Klarissa und aus der plumpen Erna die geläuterte „neue“ Ehefrau an Ottos Seite.

Doch was macht der Neu-Rentner Paul mit seiner Freizeit? Schwägerin Anni mutmaßt bissig: „Er hat eine Geliebte, schlimmer noch, gleich mehrere.“ Inge hält trotzdem zu ihrem Mann. Zu Recht: Paul engagiert sich nämlich ehrenamtlich und hilft beim Renovieren eines Jugendhauses. Da er dort auch die Verpflegung übernimmt, fehlt bei Lindemanns nicht nur einiges im Kühlschrank, sondern auch das Haushaltsgeld. All das löste sich am Ende durch einen roten Brief auf. Statt des vermuteten Liebesbriefs enthält er das Geld, das Paul für Lebensmittel vorgestreckt hat.

Mit dem natürlichen und authentischen Spiel zogen die Laienschauspieler das Publikum in ihren Bann. Texthänger gab es dank Souffleuse Brigitte Trieschmann kaum. Lang anhaltender Applaus war der verdiente Lohn.

Von Alexandra Koch

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