Durchschnittliche Ernte im Landkreis Hersfeld-Rotenburg

Nasskalter Sommer dämpft Erwartungen der Landwirte

Die Ernte läuft derzeit auf Hochtouren
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Die Ernte läuft derzeit auf Hochtouren

Nachdem regnerisches Wetter für eine zweiwöchige Erntepause gesorgt hatte, sind die Mähdrescher im Kreis nun wieder im Einsatz.

Hersfeld-Rotenburg - Die Landwirte rechnen witterungsbedingt mit durchschnittlichen Erträgen. Dabei habe sich zunächst eine Rekordernte angedeutet, berichtet die stellvertretende Geschäftsführerin des Kreisbauernverbandes Hersfeld-Rotenburg, Stefanie Wittich-Vogel. Nachdem der Herbst gute Aussaatbedingungen fürs Wintergetreide geboten habe, seien die Bestände auch gut über den Winter gekommen. Der starke Schneefall im Februar habe die Pflanzen vor Frost geschützt und trotz kühler Temperaturen im Frühjahr habe sich das Getreide zunächst gut entwickelt. Durch den verhaltenen Frühling habe allerdings der Raps spät und unterschiedlich geblüht, was die Reife verzögert habe.

Der feuchte und kalte Sommer habe dann die Erwartungen gedämpft, sagt Landwirt Markus Ritter aus dem Bebraer Stadtteil Breitenbach. Wobei der Regen nach drei trockenen Jahren dringend benötigt werde, um die Grundwasserspeicher aufzufüllen. Gefehlt hätten den Pflanzen allerdings die Sonnenstunden. Nach einer kurzen Hitzeperiode im Juni hätten Gewitter und Starkregen vielerorts dafür gesorgt, dass das Getreide ins Lager gegangen, also die Halme samt Ähren umgeknickt seien. Das erschwere die Ernte und das Getreide trockne schlecht ab, Pilzbefall werde begünstigt und die Qualität leide, erläutert Stefanie Wittich-Vogel.

Im Vergleich zu den Vorjahren habe die Ernte der Wintergerste erst zwei Wochen später begonnen und sei dann nahtlos in die Rapsernte übergegangenen. Der sei noch nicht überall im Kreis komplett gedroschen gewesen, als vor rund 14 Tagen die erneute Regenperiode einsetzte.

Für das Einbringen des Winterweizens sowie des Sommergetreides wie Hafer hoffen die Bauern jetzt auf ein bis zwei trockene Wochen mit Sonnenschein und Wind, der Getreide und Böden abtrocknet und für die Erntemaschinen befahrbar macht. Bei weiteren Regenfällen drohten Einbußen bei der Qualität: „Die Körner beginnen dann in den Ähren am Halm zu keimen. Dadurch wird Stärke abgebaut und der Weizen kann unter Umständen nicht mehr als Brotgetreide, sondern nur noch als Futter verwendet werden“, verdeutlicht die stellvertretende Geschäftsführerin des Kreisbauernverbandes.

Von Jan-Christoph Eisenberg

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