48.000 Schweine in Hersfeld-Rotenburg

In Schweinehack und Bratwürstchen: Eber-Hormon macht Hackfleisch ungenießbar

Hersfeld-Rotenburg. Ungenießbares Eberfleisch landet in Schweinehack und Bratwürsten. Verbraucher im Landkreis begegnen vermehrt diesem Phänomen:

Beim Braten verströmt das Fleisch einen unangenehmen Uringeruch und es schmeckt nicht. Verantwortlich ist das Hormon Androstenon, das nicht kastrierte Eber mit der Geschlechtsreife entwickeln." 

Im Landkreis Hersfeld-Rotenburg wird die Ebermast aber wohl nicht zum Problem werden. Viele Fleischprodukte wie Ahle Worscht und Stracke werden hier direkt vermarktet“, erklärt Dirk Herrmann, Pressesprecher des Landkreises, auf Anfrage. Kastration mit Betäubung durch den Tierarzt sei nach Einschätzung der Veterinäre die Tendenz. Und auch vorgeschrieben, denn ab dem 1. Januar 2019 dürfen männliche Ferkel nur noch betäubt kastriert werden.

„Der Stein der Weisen ist noch nicht gefunden“, betont Anke Roß, die Geschäftsführerin vom Kreisbauernverband. Die Vorgabe sei demnach zwar sinnvoll, aber noch nicht zufriedenstellend umsetzbar. Derzeit halten 30 größere und 360 kleine Betriebe im Kreis gut 48 000 Schweine. In ganz Hessen sind es 580 000. Es gibt drei Möglichkeiten, auf die Vorgabe zu reagieren:

• Die Betäubung: Die Ferkel müssen von einem Tierarzt betäubt werden. Das Problem: Die Betäubung wird die Ferkel bis zu fünf Euro verteuern.

• Die Impfung: Der Impfstoff verhindert, dass sich Androstenon bildet. Dazu muss ein Tier zweimal geimpft werden. Im Fleisch sind immerhin keine Rückstände zu finden. Allerdings befürchtet die Branche fehlende Akzeptanz bei den Verbrauchern.

• Die Ebermast: In konventionellen Betrieben werden die Tiere zwar mit Erreichen der Geschlechtsreife geschlachtet. Es können aber dann bereits Tiere dabei sein, die das Androstenon gebildet haben.

Rubriklistenbild: © picture-alliance/ dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.