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Ehrenamtlicher Fahrdienst wird für Schenklengsfeld erprobt

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Von: Jan-Christoph Eisenberg

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Fahrer Horst Manske (rechts), Georg und Renate Bock aus Oberlengsfeld vor dem Vereinsbus des SG Schenklengsfeld.
Ehrenamtlich unterwegs: Fahrer Horst Manske (rechts) hat Georg und Renate Bock aus Oberlengsfeld nach Wüstfeld zur Fußpflege gebracht. Für den Probebetrieb stellt die SG Schenklengsfeld ihren Vereinsbus zur Verfügung. © Jan-Christoph Eisenberg

Seit Anfang Juni fährt in Schenklengsfeld ein Bürgerbus, vorerst aber nur im Testlauf. Bisher fiel die Nachfrage allerdings gering aus.

Schenklengsfeld – Außer Handballer zu Auswärtsspielen befördert der Vereinsbus der SG Schenklengsfeld derzeit auch zumeist ältere Einwohner zum Einkaufen oder Arztterminen.

Das Fahrzeug wird seit dem 1. Juni für einen Probemonat als Bürgerbus eingesetzt. Organisiert hat den Testlauf die Fraktion Bürgerliste im Gemeindeparlament – mit dem Ziel, dieses Angebot mit einem vom Land geförderten Kleinbus dauerhaft zu etablieren.

Der Probebetrieb solle erste Erkenntnisse zur Nachfrage und zur Praxistauglichkeit des Konzepts liefern, verdeutlichen Horst Manske und Reiner Ley. Die Mandatsträger der Bürgerliste gehören zu den fünf ehrenamtlichen Fahrern.

Einen festen Fahrplan gibt es nicht. Gemeinde-Soziallotsin Christine Otto koordiniert die per Telefon angemeldeten Mitfahrwünsche. Wenn möglich, würden die Touren zusammengelegt und gleich mehrere Fahrgäste eingesammelt, erklären Manske und Ley.

Im Probebetrieb gelten ähnliche Rahmenbedingungen wie bei regulären Bürgerbussen: Fahrer sind Ehrenamtliche, die Mitfahrt ist kostenlos. Während die Betriebskosten aktuell über Spenden gedeckt werden, hofft die Bürgerliste, die Finanzierung für einen möglichen Regelbetrieb über die Gemeinde und Geschäftsleute sichern zu können.

Insbesondere für Arztbesuche sind nicht nur Fahrten im Gemeindegebiet, sondern auch nach Bad Hersfeld und Eiterfeld möglich.

Der ehrenamtliche Fahrdienst solle ausdrücklich keine Konkurrenz, sondern eine sinnvolle Ergänzung zu Buslinien und Anrufsammeltaxi mit festen Zeiten und Haltestellen sowie Krankenfahrten von Taxi- und Mietwagenunternehmen sein, betonen die Initiatoren.

Allerdings muss sich der neue Service offenbar erst noch herumsprechen: An den ersten Betriebstagen seien die Nachfragen eher zögerlich eingegangen, berichtet Horst Manske, der an diesem Tag hinterm Steuer sitzt.

Auch für Renate und Georg Bock, die er am späten Vormittag in Oberlengsfeld abholt, ist die Fahrt im Bürgerbus eine Premiere. Beide sind nicht gut zu Fuß. Zwar hat das Paar noch ein Auto, selbst fahren darf der 81-Jährige wegen eingeschränkter Sehkraft aber nicht mehr. Seine Frau traut sich aktuell keine weiteren Strecken zu.

Für die Fahrt zur Fußpflege nach Wüstfeld müssten deshalb normalerweise Kinder oder Enkel einspringen. „Aber die müssen arbeiten und haben nicht immer Zeit“, erklärt die 76-Jährige, nachdem Manske den Fahrgästen beim Einsteigen geholfen hat.

Der Bürgerbus würde für sie ein Stück Eigenständigkeit bedeuten, betonen die Oberlengsfelder, die darauf hoffen, dass sich genügend Fahrgäste und Unterstützer für einen Dauerbetrieb finden. Das Ehepaar will jedenfalls wieder mitfahren: „Wir haben schon zwei Fahrten zum Arzt gebucht“, verrät Renate Bock, kurz bevor Horst Manske zum Aussteigen direkt vor der Fußpflegepraxis hält.

Kaum wieder in Schenklengsfeld angekommen, meldet sich Christine Otto am Handy des Fahrers. Eine ältere Frau möchte am Mittag von Wippershain zum Einkaufen in den Kernort. „Das lässt sich gut verbinden“, freut sich der 63-Jährige. Manske wird sie abholen und auf dem Weg auch gleich Renate und Georg Bock zurück nach Oberlengsfeld nehmen.

Fahrtwünsche können per Telefon angemeldet werden

Der Schenklengsfelder Bürgerbus verkehrt bis Monatsende an folgenden Fahrtagen jeweils in der Zeit von 8 bis 18 Uhr: Freitag, 17. Juni, Montag, 20. Juni, Donnerstag, 23. Juni, Montag, 27. Juni und Donnerstag, 30. Juni. Angeboten werden Fahrten innerhalb der Gemeinde Schenklengsfeld sowie nach Bad Hersfeld und Eiterfeld. Mitfahrwünsche nimmt Gemeinde-Soziallotsin Christine Otto unter 0 66 29/915 03 99 entgegen. Die Initiatoren bitten um Nachsicht dafür, dass es gegebenenfalls zu Wartezeiten kommen kann. 

(Jan-Christoph Eisenberg)

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