Pfarrer Holger Grewe wechselt zum 1. Februar nach Fulda

Abschied in Frieden vom Johannesberg

Das Bild zeigt Pfarrer Holger Grewe vor dem Kirchturm der Johanneskirchengemeinde in Bad Hersfeld.
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Pfarrer Holger Grewe verlässt nach gut zehn Jahren die Stadt- und Johanneskirchengemeinde Bad Hersfeld.

Mit einem Gottesdienst, der auf der Internet-Plattform Zoom übertragen wird, verabschiedet sich Pfarrer Holger Grewe nach gut zehn Jahren am Sonntag aus Bad Hersfeld.

Bad Hersfeld - Zehn Jahre als Gemeindepfarrer auf dem Johannesberg – zunächst eine eigenständige Gemeinde, später dann Teil der Stadt- und Johanneskirchengemeinde – haben Holger Grewes Blick auf die Kirche und seine Arbeit als Pfarrer beeinflusst. Und das durchaus positiv.

„Als ich hier anfing, hatte ich noch sehr stark die Vorstellung einer Angebotskirche. Wir machen Angebote und die Gemeinde nimmt sie an oder auch nicht“, erinnert sich Grewe. Eine der wichtigsten Entwicklungen für ihn persönlich ist, nicht mehr darauf zu warten, dass die Menschen zur Kirche kommen, sondern zu den Menschen zu gehen und zu sehen, was sie brauchen, aber auch was sie einbringen können. Diese Fülle und bunte Vielfalt zu entdecken, ist ihm immer wieder eine große Freude gewesen.

Voll Begeisterung zeigt er die Mini-Ramp im Gemeindezentrum auf dem Johannesberg, ein Angebot für jugendliche Skater, sowohl sportlich als auch ein Ort der Begegnung, der aber auch vom Rest der Gemeinde genutzt wird. „Die Kinder und Jugendlichen achten aufeinander, lernen voneinander und gönnen anderen den Erfolg, wenn ihnen ein schwieriger Sprung gelingt“, erzählt er.

Holger Grewe ist froh, dass es das evangelische Gemeindezentrum als Treffpunkt auf dem Johannesberg gibt und dass der Kindergarten ein Ort ist, an dem sich Menschen aus ganz unterschiedlichen Herkunftsländern begegnen. Wünschen würde er sich aber weitere dezentrale Treffpunkte im Stadtteil, an denen Bewohner verschiedener Altersgruppen zusammenkommen können. Vor gut zehn Jahren hat Grewe sich am 16. Juli, dem Tag als er als Pfarrer für die Johanneskirche gewählt wurde, vorgenommen, genau zehn Jahre später zu gucken, was für ihn dann das Richtige ist, was er tun will. Dabei stellte er fest, dass er künftig einen stärkeren Schwerpunkt auf die Seelsorge setzen will.

Das tut er nun, wenn er in den Kirchenkreis Fulda wechselt, wo er mit einer halben Stelle für die Klinikseelsorge und mit einer halben Stelle als Kirchenkreispfarrer für die Vertretung von Vakanzen zuständig ist.

Und weil er für letztere Aufgabe ohnehin weite Wege in Kauf nehmen muss, hat die Familie Grewe beschlossen, nach Niederaula zu ziehen. Dort gehen die beiden älteren Kinder schon jetzt in die Gesamtschule, haben Freunde und soziale Kontakte. Diese räumliche Trennung von Arbeit und Zuhause ist durchaus etwas, worauf Holger Grewe sich freut, auch wenn es kaum noch möglich sein wird, dann mit dem Fahrrad zur Arbeit zu fahren.

Er freut sich auch darauf, zumindest in der Klinikseelsorge weiter im Team arbeiten zu können. Denn das hat er seit der Fusion der Stadt- und Johanneskirchengemeinde sehr geschätzt. „Ich bin sehr dankbar für die Menschen, die mich hier begleitet haben“, sagt Holger Grewe und muss dann erst einmal schlucken.

Der Abschied vom Johannesberg und aus Bad Hersfeld falle ihm schwer, doch „ich gehe in Frieden mit meiner Gemeinde.“

Die Vakanzvertretung wird Pfarrer Frank-Nico Jaeger übernehmen. Der Abschiedsgottesdienst per Zoom beginnt am Sonntag, 24. Januar, um 15.30 Uhr. (Christine Zacharias)

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