Ein Freispruch und eine Bewährungsstrafe

Schöffengericht spricht Urteil über zwei wegen Einbruchs angeklagte Männer

Das Schöffengericht Bad Hersfeld musste entscheiden, wie mit zwei Angeklagten umzugehen sei, die für einen Einbruch in der Bad Hersfeld verantwortlich sein sollten.

Bad Hersfeld - Der jüngere der beiden, ein 24-Jähriger, der jetzt in Cornberg lebt, hatte den Einbruch freimütig eingeräumt. Allerdings, so hatte er gesagt, sei er von dem 34-Jährigen aus Bebra, der von den Wohnungsinhabern gehört haben wollte, dass sie 50 000 Euro von einem Hausverkauf in der Wohnung hätten, dazu angestiftet worden.

Der 34-Jährige habe ihn auch mit Einbruchswerkzeug ausgestattet und einen Nachbarn abgelenkt, indem er mit ihm Kaffeetrinken gegangen sei.

Einige der Aussgen des 24-Jährigen hielten jedoch einer Überprüfung durch das Gericht nicht stand. Die Bestohlenen versicherten, nie ein Haus besessen und folglich auch kein Geld von einem Verkauf gehabt zu haben. Der Nachbar erzählte, dass es seine Initiative gewesen sei, sich mit dem 34-Jährigen zu treffen, weil er mit ihm über Arbeit habe sprechen wollen.

Auch wenn eine ganze Menge für eine Mittäterschaft des 34-Jährigen, die auch Staatsanwalt Patrick Greyer für erwiesen hielt, sprach, folgte das Gericht schließlich doch seinen Zweifeln und sprach ihn frei. So hatte es auch sein Verteidiger Christian Kusche in seinem Plädoyer beantragt.

Dass der Mann bisher noch nicht straffällig war und sich auch keine weiteren Vergehen zu Schulden hat kommen lassen, sprach ebenfalls für ihn. Den 24-Jährigen verurteilte das Gericht dagegen zu einer Haftstrafe von einem Jahr und sechs Monaten, die auf drei Jahre zur Bewährung ausgesetzt wird. Der junge Mann, der inzwischen Arbeit hat und ebenfalls seitdem nicht mehr auffällig geworden ist, muss zudem 800 Euro in monatlichen Raten an zwei gemeinnützige Einrichtungen zahlen und die Kosten des Verfahrens tragen.

Eine Statue der Justitia hält eine Waage in ihrer Hand.

Neben dem Einbruch in Bad Hersfeld waren ihm noch zwei Einbrüche in Tann und einer in Bebra zur Last gelegt worden. Waren aus allen drei Einbrüchen hatte die Polizei im Keller des Hauses gefunden, in dem der 24-Jährige lebt.

Auch bei ihm wurde der Grundsatz „Im Zweifel für den Angeklagten“ angewendet. Er hatte versichert, nicht für die Einbrüche verantwortlich zu sein, sondern die Waren geschenkt bekommen oder gefunden zu haben. Einen Fernseher will er für 50 Euro vom Bekannten eines Bekannten gekauft haben, weil der gerade Geld für Benzin für sein Auto brauchte.

Weil ihm nicht nachgewiesen werden konnte, dass er tatsächlich selbst eingebrochen war, wurde er in diesen Fällen nur wegen Hehlerei verurteilt. Dass die Waren gestohlen worden waren, hätte er merken müssen, meinte Richterin Christina Dern.

Das Diebesgut, Goldschmuck, aus dem Einbruch in Bad Hersfeld, das er im Schrebergarten des 34-Jährigen in Bebra vergraben hatte, hat der 24-Jährige noch in der Tatnacht zurückgegeben, unter anderem, weil die Bestohlenen ihn verdroschen hatten. Der 24-Jährige, der von Rechtsanwalt Harald Ermel vertreten worden war, akzeptierte das Urteil, das somit rechtskräftig ist.

Rubriklistenbild: © David-Wolfgang Ebener

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