Waldhessen

„Ein guter Kompromiss“: Kitas bleiben für Notbetrieb offen – Bei Schulen herrscht noch Unklarheit

Viele Hausschuhe der Kita-Kinder bleiben im Januar in den Regalen stehen. Es gibt keine klaren Vorgaben, wer im Notbetrieb kommen darf und wer nicht – der Appell an die Vernunft der Eltern funktioniert in Waldhessen aber gut, heißt es von den Kita-Trägern.
+
Viele Hausschuhe der Kita-Kinder bleiben im Januar in den Regalen stehen. Es gibt keine klaren Vorgaben, wer im Notbetrieb kommen darf und wer nicht – der Appell an die Vernunft der Eltern funktioniert in Waldhessen aber gut, heißt es von den Kita-Trägern.

Während für die Kitas nun grundsätzlich Klarheit herrscht, wie der Betrieb in den kommenden Wochen während des verschärften Lockdowns weitergeht, herrschte bei den Schulen weitestgehend Unklarheit.

Hersfeld-Rotenburg - Schulamtsleiterin Anita Hofmann sagte auf Anfrage unserer Zeitung am Nachmittag: „Mir liegt noch keine Konkretisierung der Beschlüsse der Schaltkonferenz der Bundeskanzlerin mit den Ministerpräsidenten vor.“ Aufgrund der Beratung durch die Wissenschaftler sei eine vorher nicht unbedingt absehbare deutliche Verschärfung von Maßnahmen auf Bundesebene beschlossen worden. Die Übertragung auf die hessischen Bedingungen erfolgte erst im Laufe des 6. Januar, wodurch die beim Schulamt schon vorbereiteten Informationen für die Schulen angepasst werden mussten. Spätestens am heutigen Morgen, 7. Januar, sollten die Schulen informiert werden können.

Bei den Kitas ist die Lage hingegen eindeutig uneindeutig: Anders als im März gibt es keine bestimmten Berufsgruppen, deren Kinder weiterhin kommen dürfen – sondern den Appell an die Eltern, ihre Kinder nach Möglichkeit zu Hause zu betreuen. Wer muss, kann sein Kind in die Kita bringen. Während es im vergangenen Jahr aus den Kommunen häufig Kritik für zu vage Richtlinien aus Wiesbaden und Berlin gegeben hatte, unterstützen viele Bürgermeister im Landkreis das in diesem Fall.

„Es wäre Quatsch, die Kitas komplett zu schließen. Und es wäre auch Quatsch, nur bestimmte Berufsgruppen auszuwählen. Es kann ja auch gute private Gründe dafür geben, dass das Kind in die Kita kommen muss“, sagt Rotenburgs Bürgermeister Christian Grunwald. Die Kommunikation zwischen Eltern und Kita-Leitungen klappe hervorragend, die Eltern seien sehr verantwortungsbewusst.

Das ist auch in Friedewald so, berichtet der dortige Bürgermeister Dirk Noll. Er sagt aber auch: „Ich bin eigentlich kein Freund von lockeren Empfehlungen und wir hatten schon jede Menge Anrufe von Eltern, die gehört haben, dass die Kitas jetzt komplett zu hätten. Man hätte das alles schon am Dienstagabend, 5. Januar, besser erklären können. Aber das hessische Corona-Kabinett tagt ja erst noch – das ist den Leuten schwierig zu erklären.“ Absolut richtig sei es aber, nicht alle Eltern über einen Kamm zu scheren und allgemeine Regeln nach Inzidenzwerten und Berufsgruppen festzulegen.

Heringens Bürgermeister spricht von einem „guten Kompromiss“. Im Grunde sei das, was nun beschlossen wurde, die Fortführung dessen, was schon vor Weihnachten galt. „Damals war unsere Befürchtung, dass der Betrieb ganz normal weiter geht und die Eltern es nutzen, dass sie ihre Kinder weiter in die Kita bringen dürfen. Das war aber nicht so – unsere Hoffnung ist natürlich, dass das jetzt auch so bleibt.“

Etwas skeptischer ist Pfarrer Andreas Schmidt-Wecken vom Zweckverband Evangelische Tageseinrichtungen für Kinder, zu dem acht Kitas in Wildeck, Ronshausen, Bebra und Rotenburg gehören. „Vor Weihnachten hat das auch bei uns gut funktioniert. Aber ich finde es schwierig, dass die Situation für die Eltern nun so unklar ist. Der Schwarze Peter liegt bei den Kita-Leitungen, die an die Eltern appellieren müssen“, sagt er. Vor den Feiertagen sei es für viele Familien sehr wichtig gewesen, dass zu Weihnachten alle gesund sind – deswegen betreuten auch viele ihre Kinder zuhause. Das sei nun aber noch mal schwieriger, weil nun etwa nicht mehr ein Elternteil drei Kinder aus verschiedenen Haushalten betreuen dürfe.

Ebenso wie Iliev, Grunwald und Noll betont er aber, dass die Eltern bislang fast alle sehr einsichtig gewesen seien und sich um alternative Lösungen bemüht hätten.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.