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Ein Guter spielt den Bösen: Was Richy Müller über seine Hauptrolle in „Notre Dame“ verrät

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Von: Laura Hellwig

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Das Bild zeigt Schauspieler Richy Müller (zweiter von rechts), der in „Notre Dame“ eine tragende Rolle spielen wird, Harald Benz (links), neuer kaufmännischer Leiter, Erster Stadtrat Gunter Grimm sowie Intendant und Regisseur Joern Hinkel.
Erster offizieller Pressetermin: Nicht nur Richy Müller (zweiter von rechts), der in „Notre Dame“ eine tragende Rolle spielen wird, auch Harald Benz (links), neuer kaufmännischer Leiter, hat sich am Montag vorgestellt. Mit dabei auch Erster Stadtrat Gunter Grimm sowie Intendant und Regisseur Joern Hinkel. © Steffen Sennewald

„Tatort“-Star Richy Müller spielt in diesem Sommer bei den Bad Hersfelder Festspielen eine Hauptrolle in „Notre Dame“. Jetzt gab es erste Informationen über das Stück.

Bad Hersfeld – Er ist ein Geistlicher, ein Erzdiakon, der im Glauben nicht wirklich heimisch geworden ist. Er verliebt sich in eine Frau und missbraucht seine Macht, um ihre Gunst zu gewinnen. Sein Name ist Claude Frollo, und er ist eine der Hauptpersonen im Premieren-Stück „Notre-Dame“ bei den 71. Bad Hersfelder Festspielen. Gespielt wird er von Richy Müller. Wir haben den Schauspieler, gemeinsam mit Intendant Joern Hinkel, zum Tee in der Festspielkantine getroffen.

„Ich bin echt aufgeregt“ gibt Richy Müller zu. Claude Frollo sei eine anspruchsvolle Rolle, sagt der Schauspieler, der den meisten auch als Stuttgarter Tatort-Kommissar Lannert bekannt ist. Die größte Herausforderung sei es, dieser Figur Sympathie einzuhauchen, damit das Publikum sich für sie interessiert, erklären Intendant Joern Hinkel und Richy Müller.

„Es ist schön zurückzukommen“, sagt Müller, der zuletzt zum Mitternachts-Talk im Kultursommer 2020 in Bad Hersfeld zu Gast war. In 2016 spielte er Reverend Hale in „Hexenjagd“. Jetzt spielt Müller erneut einen Geistlichen und das vor der Kulisse einer der größten romanischen Kirchenruinen. Zufall? Glaube und Religion spielen im Leben des Schauspielers zwar keine besonders große Rolle, aber: „Ich glaube an Gott, und es gibt da eine Energie, die ich zulasse, eine Kraft, die mich schon durch schwere Zeiten getragen hat“, so Müller.

Der Roman von Victor Hugo, auf dem das Stück basiert, sei eine Verstrickung von Unwahrscheinlichkeiten, beschreibt ihn Hinkel. Es scheint so, als gebe es im Himmel einen Geschichtenerzähler, der die Menschen zufällig irgendwie, irgendwo platziert. „Und so ist mein ganzes Leben“, sagt Richy Müller. Bei der zweiten Tasse Darjeeling mit Milch erzählt der Schauspieler von genau solchen Zufälligkeiten, die sein Leben bereichert haben.

Wieso der Intendant ausgerechnet Richy Müller für die Rolle ausgewählt hat, beantwortet er mit einem Zitat von Anthony Hopkins: „Um einen Bösewicht zu spielen, muss man ein guter Mensch sein“. Dafür, dass Müller den Claude Frollo spielt, gebe es aber mehrere Gründe, so Hinkel. Um die Rolle zu spielen, brauche man laut Hinkel zudem Humor, denn die Figur selbst sei völlig humorlos.

Die Vorlage für das Premierenstück ist der Roman „Der Glöckner von Notre-Dame“ von Victor Hugo aus 1831. „Wir schreiben nichts dazu, werden den Roman aber neu übersetzen“, erklärt der Intendant.

Hinkel und Müller kennen sich bereits seit 22 Jahren – ein Vorteil für die bevorstehende, intensive Zusammenarbeit, auch wenn die beiden Männer bisher nicht in den Rollen Regisseur und Schauspieler zusammengearbeitet haben. Das besondere an den Hersfelder Festspielen sei, dass alle Beteiligten freiwillig und gerne hier seien, sagt Müller. „Man diskutiert, tauscht Ansichten aus, aber man zieht dabei immer an einem Strang“. (Laura Hellwig)

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