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Ein Hotel nur für Wildbienen: Nisthilfe neben der Schule eröffnet

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Von: Kim Hornickel

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Bitte recht freundlich: Die Kinder der Kita Villa Kunterbunt machen es wie die Erwachsenen und eröffnen das Bienenhotel neben ihrer Schule ganz professionell.
Bitte recht freundlich: Die Kinder der Kita Villa Kunterbunt machen es wie die Erwachsenen und eröffnen das Bienenhotel neben ihrer Schule ganz professionell. © Kim Hornickel

In Hauneck steht seit Kurzem ein Nisthaus für Wildbienen mit Lehrtafeln neben Kita, Krippe und Grundschule.

Unterhaun – Das Holzhäuschen mit den Nistkästen für Wildbienen steht zwar schon seit Oktober neben Kita, Krippe und Grundschule in Hauneck, in dieser Woche durften die Kita-Kinder ihr Modellprojekt aber auch noch selbst und ganz klassisch einweihen.

Harald Preßmann, Mitinitiator des Bienen-Hotels, und Haunecks amtierender Bürgermeister Stephan Bolender übergaben Schere und Band und die Kinder säbelten pflichtbewusst am Eröffnungsfaden. Das war gar nicht so einfach. Nach ein wenig Hilfe klappte es dann aber doch und Mitinitiator Karl-Heinz Humburg konnte den Kindern das Nistkastenprojekt erklären. „Die Bienen kriechen in die Ästchen hinein und nisten dort“, sagte der pensionierte Biologielehrer und jetzige Vorsitzende des Naturschutzbeirates im Landkreis. Die Kinder sahen die Nistbesetzung jedoch kritisch. „Wo sind denn die Bienen jetzt? Da sind doch gar keine“, fragte ein Mädchen.

Humburg erklärte: Dass die rund 538 verschiedenen Wildbienenarten, die es in Deutschland gibt, im Winter schlafen, dass sie auch im Boden ihre Höhlen haben, und, dass solch ein „Hotel“ nur für Bienen funktioniere, nicht für andere Insekten. „Der Ausdruck ‘Insektenhotel’ ist irreführend“, sagte Humburg. „Die Nisthilfen sind nur für Wildbienen.“ Andere Insekten, darunter Schmetterlinge, würden die „Hotels“ nicht nutzen. Und Humburg räumte gleich mit weiteren Irrtümern auf.

So würden viele Menschen, in guter Absicht, fertige kleine Bienen-Nistanlagen im Baumarkt kaufen. „Die sind aber oft ungeeignet“, sagte Humburg. Fächer mit Kiefernzapfen oder voller Bambusstäbe, deren Durchmesser größer als 8 Millimeter sind, seien für die Wildbienen kein Unterschlupf, so Humburg.

Mit der neuen Anlage in Hauneck will der Biologe mit gängigen Irrungen rund um die Wildbienen aufräumen, und den Grundschul- und Kitakindern das Leben der Bienen näherbringen.

Alle Infos über die Wildbienen und ihre Lebensräume hat Humburg auf Plakaten zusammengefasst, die neben der Haunecker Anlage hängen. In Zukunft sollen die Informationen an weiteren Anlagen am Obersberg und im Kurpark in Bad Hersfeld angebracht werden. Die Haunecker Anlage ist ein Modellbau, an dem sich Gemeinden, Schulen und Kindergärten orientieren können, erklären die Organisatoren.

Aber nicht nur die Lerntafeln sind neu, auch die Bausubstanz der Haunecker Niststätte könnte ein Beispiel für weitere nachhaltige Anlagen sein, erklärt Planer Bernd Emmerich. „Das Dach ist mit Ziegeln statt Dachpappe belegt und die tragenden Holzbalken müssen nicht imprägniert werden“, erläuterte er die solide Bauweise.

Hinter dem Insektenhotel, in dem 30 Kästchen platz haben, soll im nächsten Jahr noch eine Blühwiese angesät werden.

Und wer passt dann auf die Bienen und ihr Hotel auf? – Da wollen die Kinder der Astrid-Lindgren-Schule mithelfen, versprechen sie Karl-Heinz Humburg zum Abschied einstimmig.

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