17-Jähriger aus Neuenstein war immer dabei - Hausverbot für junge Leute

Einbruchdiebstähle in Bad Hersfeld und Umgebung: Mehrere Angeklagte vor Gericht

Bad Hersfeld. Sieben junge Herren und eine Dame im Alter von 17 bis 20 Jahren hätten am Montag auf der Anklagebank vor dem Jugendschöffengericht Platz nehmen sollen, doch einer war erst gar nicht gekommen.

Sieben Anklageschriften verlas Oberstaatsanwalt Stefan Müller-Odenwald, in denen es hauptsächlich um Einbruchsdiebstähle in Bad Hersfeld und Umgebung ging, die in wechselnder Besetzung verübt wurden. 

Am frühen Nachmittag war nur noch ein Angeklagter übrig geblieben: Ein 17-Jähriger aus Neuenstein, kein unbeschriebenes Blatt und in alle Vorwürfe irgendwie verwickelt. Weil der Jugendliche mit Hilfe seines Anwalts Jochen Kreissl aussagte und dabei größtenteils geständig war, schien es so, als könnte die Gerichtsvorsitzende Michaela Kilian-Bock das komplexe Verfahren halbwegs ökonomisch über die Bühne bringen.

Aufgeklärt war bis dahin immerhin der Aufbruch eines Getränkecontainers in Schenklengsfeld, aus dem Saft, Limo, Schnaps und Bierfässer in großer Zahl gestohlen und abtransportiert worden waren. Geständnisse und erkennbare Reue von bislang nicht vorbestraften Mitläufern ließen es zu, diese Verfahren entweder einzustellen oder mit einer Verwarnung abzuschließen. Hier gab es zusätzlich Arbeitsauflagen, Geldbußen und „soziale Erfahrungskurse“. Diese Jugendlichen waren sichtlich beeindruckt und am Ende froh, den Prozess halbwegs unbeschadet überstanden zu haben. 

Doch ein Wackel-Zeuge, der seine Angaben zu einem Einbruch in eine Bad Hersfelder Apotheke mehrfach korrigierte und ein überraschend von der Verteidigung aufgebotener Entlastungszeuge, der zweimaliges Fahren ohne Führerschein des 17-Jährigen in Zweifel zog, ließen einen weiteren Abschluss des Prozess an diesem Tag nicht zu. 

Ohnehin hatten schon die Verfahren gegen zwei weitere Angeklagte abgetrennt werden müssen, weil den schweigenden Jugendlichen ohne zusätzliche Zeugen nicht beizukommen war. 

Jetzt geht es am Freitag, 9. Februar, ab 9.30 Uhr weiter. Dem Neuensteiner droht dann eine empfindliche Strafe, weil unter anderem auch der Diebstahl von mehreren tausend Euro aus dem Büro seines Vaters mit auf der Anklageliste steht. Hausverbote Auch außerhalb des Sitzungssaales ging es gestern im Amtsgericht turbulent zu: Freunde und Bekannte der Angeklagten tobten munter durch die Gänge. Ihnen wurde wegen des ungebührlichen Verhaltens ein Hausverbot erteilt. (ks)

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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