Gruppe rumänischer Pfleger fiel auf Schleuserorganisation rein

Hoffen auf eine gute Zukunft (von links): Florin Mocanu, Lucian Tamas, Andrea Ceadir, Dorina Radulescv, Margareta Trutan, Mihai Fiat, Erica Munteanu und Roxana Mos. Foto: Linke
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Hoffen auf eine gute Zukunft (von links): Florin Mocanu, Lucian Tamas, Andrea Ceadir, Dorina Radulescv, Margareta Trutan, Mihai Fiat, Erica Munteanu und Roxana Mos.

Nentershausen. Eine Gruppe Rumänen ist offenbar mit falschen Versprechungen in die Region gelockt worden. Der Landkreis spricht von einer „Schleuserorganisation", die den Rumänen Arbeit in Deutschland versprochen haben soll.

Die 15 Pfleger und Krankenschwestern sowie ein Arzt waren in den vergangenen Wochen im Hotel Johanneshof in Weißenhasel gestrandet.

Eine Firma aus Eisenach, die nach eigenen Angaben medizinisches Personal aus der EU schult, hatte das Hotel für die Gruppe gebucht, aber nach Angaben des Johanneshofs nur für eine Woche gezahlt. Der Geschäftsführer des Eisenacher Unternehmens erklärte, seine Firma habe die Rumänen nicht selbst nach Deutschland geholt. Er sei von einer in Deutschland lebenden Rumänin erst kurz vor der Ankunft der Gruppe informiert worden.

Den Rumänen wurden Arbeitsverträge im Rahmen eines EU-Förderprogramms versprochen, für das die Zentrale Auslands- und Fachvermittlung (ZAV) der Agentur für Arbeit mit Sitz in Bonn zuständig ist. Dort wurden allerdings keine Anträge gestellt, bestätigt Sprecherin Marion Rang.

Inzwischen hat der Kreis Hersfeld-Rotenburg eine Wohnung angemietet, in der die Gruppe vorübergehend untergebracht ist. Nach Aussage eines der Krankenpfleger sind zwei Kollegen bereits in die Heimat zurückgekehrt. Vier weitere hat die Eisenacher Firma dort in einer Wohnung untergebracht. Derzeit werden ihre Sprachfähigkeiten getestet, sagt der Geschäftsführer.

Der Landkreis sei rein rechtlich nicht zuständig, sagt Erste Kreisbeigeordnete Elke Künholz. „Gleichwohl ist es eine Frage der sozialen Verantwortung, dass sich das Sozialamt um diese Personen kümmert, was auch im Rahmen der einmaligen Nothilfe erfolgt.“ Inzwischen versucht die ZAV, für die verbliebenen acht Rumänen Arbeitsstellen zu finden.

Von Miriam Linke 

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