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Eine Reise in süd-östliche Regionen: Trio trat mit Klezmer-Musik im Cornberger Kloster auf

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Von: Wilfried Apel

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Das Trio Süd-Ost im Cornberger Kloster: Hartmut Schmidt am Akkordeon, Kerstin Röhn am Saxofon und Frank Sommerfeld an der Gitarre begeisterten die Gäste.
Das Trio Süd-Ost im Cornberger Kloster: Hartmut Schmidt am Akkordeon, Kerstin Röhn am Saxofon und Frank Sommerfeld an der Gitarre begeisterten die Gäste. © Wilfried Apel

Manchmal wird aus einer von eigentlich viel zu wenig Zuhörern besuchten Veranstaltung ein großes Ereignis.

Cornberg – So wie am Freitagabend, als das mit der Saxofonistin Kerstin Röhn auftretende und mitreißend musizierende Trio Süd-Ost im Cornberger Kloster so sehr begeisterte, dass Regina Panitz-Itter ihre slowenischen Wurzeln entdeckte und ein Tänzchen wagte.

Glücklicherweise war das ab dem Pfingstwochenende im benachbarten Restaurant für ungarische Gaumenfreuden sorgende Team von Gabor Molnar anwesend. Einer der Männer, Ferencz Benedek, scheint ein begnadeter Tänzer zu sein. Zur Weise „Mojo Mala“, was sinnigerweise nichts anderes bedeutet als „Mein Mädchen“, wirbelte er mit der guten Seele des Fördervereins so sehr über die Tanzfläche des Klosters, dass es für alle eine große Freude war, zuzuschauen, mitzuklatschen und sich von Herzen zu freuen.

Das tat das Auditorium eigentlich schon die ganze Zeit, denn die für den erkrankten Geiger Sören Gehrke eingesprungene, aus Blankenheim stammende und jetzt in Kaufungen lebende Saxofonistin Kerstin Röhn, die sowohl mit ihrem Sopran- als auch mit ihrem Alt-Saxofon mehr als nur überzeugte, lebte die vom Trio Süd-Ost zelebrierten Musikstücke. Sie war einfach grandios. Und weil das so war, wurden auch der durchs Programm führende Hartmut Schmidt und der ihn dabei unterstützende Frank Sommerfeld angesteckt.

Das Tanzbein haben am Freitagabend Regina Panitz-Itter und Ferencz Benedek geschwungen.
Das Tanzbein haben am Freitagabend Regina Panitz-Itter und Ferencz Benedek geschwungen. © Wilfried Apel

Beim einen glitten die Finger immer flinker über die Tasten des Akkordeons, beim anderen entlockten sie der Gitarre ganz zauberhafte Töne. Angefangen beim Stück „Yosel, Yosel“, das Kerstin Röhn von der Klosterempore herabsteigend und dabei improvisierend auf den Weg brachte, über den Tanz der Schwiegermütter, den Klezmer-Klassiker „Heyser Bulgar“, den zum Wegträumen veranlassenden Walzer „Mandschuri“ bis hin zum Sieben-Achtel-Tanz „Ivanica“ und das mit Bravo-Rufen quittierte Stück „Klezmer Hora“.

Nach der Pause, in der sich die Saxofonistin zu einem Damenkränzchen mit drei Sontraerinnen überreden ließ, ging es munter weiter. Vom Sieben-Achtel- in den Fünfzehn-Achtel-Rhythmus, vom viel Glück wünschenden Hochzeitslied „Mazel Tov“ zu „Tantz, Tantz“ und zum alle – nicht nur Regina Panitz-Itter – beflügelnden Mädchenstück. „Wir hätten uns nicht träumen lassen, dass es so ein schöner Abend wird“, resümierte Hartmut Schmidt, und damit traf er den Nagel auf den Kopf. (Wilfried Apel)

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