Bauhofmitarbeiter haben beim Strandfest viel zu tun

Die Heinzelmännchen des Strandfestes - sie arbeiten statt zu feiern

Trittfest: Die Bauhof-Mitarbeiter Klaus Knierim, Frank Neubert, und Jens Weishaar, von links, bereiten die Bühne im Zelt für den Heimatabend vor.

Rotenburg. Es ist ein bisschen wie bei den Heinzelmännchen: Das Rotenburger Strandfest naht, und plötzlich ist die Stadt geschmückt. Dafür und für vieles andere, das für eine gelungene Stadtparty nötig ist, sorgen die Mitarbeiter des Bauhofs.

Morgens um halb fünf ist es noch ruhig in Rotenburg, nur selten fahren Autos durch die Stadt. Beste Bedingungen für die Mitarbeiter des Bauhofs, die Fahnenmasten aufstellen und Wimpelketten über die Straßen ziehen. Keiner stört den Endspurt bei den Strandfestvorbereitungen.

Seit vier Wochen konzentrieren sich Mitarbeiter und Bauhofleiter Berthold Licht darauf, die ganze Stadt herzurichten für das Fest, das ehemalige und aktuelle Rotenburger so sehr lieben. Im Schlosspark werden die Blumenbeete gejätet, der Rasen gepflegt, Hunderte Meter Lichterketten verlegt, die Stromversorgung gesichert und die Bäume nachgeschnitten, damit Besuchern des Fests der 20 000 Lichter nicht etwa ein Stück Totholz auf den Kopf fällt.

Rasen mähen und Blumenrabatten pflegen gehören zwar auch im Alltag zum Arbeitspensum der Mitarbeiter, aber: „Wenn Strandfest ist, packen wir noch einen drauf“, sagt Bauhofleiter Licht. „Dann soll alles besonders schön sein.“ Auch viel gebaut wird für das Fest: Bühnen im Schlosspark und im Festzelt, Stege an der Fulda für den Bootskorso, Schutzzäune für das Feuerwerk, Bauzäune als Abtrennung für den Toilettenbereich auf dem Festplatz, und und und ...

„Wenn die Wimpel hängen, fängt das Strandfest an“, meint Licht. Die hängen jetzt und damit beginnt für die Mitarbeiter der eigentliche Hochbetrieb der Arbeit. Denn sie müssen die Stadt jeden Morgen ab halb fünf reinigen - im Zelt sind sie da meist die buchstäbliche Kehraustruppe und treffen auf die letzten Gäste. „Das sind dann die ganz harten Knochen “, weiß Mitarbeiter Klaus Knierim aus langer Erfahrung. „Da muss man sich eine Menge anhören. Manchmal ist man Seelentröster, manchmal trifft man aber auch auf total aggressive Betrunkene.“ Im vergangenen Jahr wurde ein Kollege sogar attackiert und geschlagen, erinnert sich die Gruppe, die gerade die Bühne im Festzelt aufbaut.

Bei den frühmorgendlichen Reinigungseinsätzen wird in der ganzen Stadt gefegt, Müll eingesammelt, vor allem Scherben müssen aufgehoben werden. Und immer wieder muss etwas auf- oder abgebaut werden. Das Ganze läuft in Arbeitsschichten.

Strandfest feiern? Für die Bauhofmitarbeiter ist das die Ausnahme. „Wir sind Gastgeber. Das ist unsere Arbeit“, sagt Berthold Licht.

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