Eine der ersten vor zwölf Jahren

Mit Freude anderen helfen: Elfriede Liers ist mit 92 noch bei der Tafel aktiv

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Herzensangelegenheit: Die ehrenamtliche Mitarbeit bei der Tafel ist Elfriede Liers (vorn links) ein Bedürfnis. Zuvor hat sie sich jahrzehntelang bei den Grünen Damen und als Patientenfürsprecherin im Klinikum engagiert und war lange Vorsitzende des Hausfrauenbundes.

Die Tafeln sind eine gute Sache – davon ist Elfriede Liers aus Bad Hersfeld zutiefst überzeugt. Mit fast 93 Jahren hilft sie immer noch, Lebensmittel an Bedürftige zu verteilen.

Schon als sie das erste Mal davon hörte, dass Ehrenamtliche Lebensmittel, die nicht verdorben sind, aber nicht mehr verkauft werden dürfen, bei Geschäften einsammeln und sie an Bedürftige verteilen, beschloss sie, da mitzumachen, falls denn eine Tafel in Bad Hersfeld ins Leben gerufen werden sollte.

Als das dann vor mehr als zwölf Jahren geschah, war Elfriede Liers eine der ersten, die sich als freiwillige Helferin dort meldete. Inzwischen steht sie kurz vor ihrem 93. Geburtstag und ist immer noch dabei – mit einer Zwangspause wegen eines Oberschenkelhalsbruchs im Oktober.

Einmal in der Woche hilft sie beim Sortieren der Lebensmittel, ursprünglich zwei Stunden, inzwischen mindestens vier Stunden. „Für mich ist das Dienst am Nächsten“, sagt Elfriede Liers. „So kann ich mit bescheidenen Mitteln etwas für sozial Schwache tun.“ Mit Nachdruck betont sie, dass sie nicht etwas bei der Tafel mitarbeitet, weil sie sonst nichts mit sich anzufangen wüsste. „Das war wirklich meine innere Berufung“, sagt sie. Dass die Arbeit im Team Spaß macht – „Wir sind eine ganz prächtige Gemeinschaft“ – ist ein angenehmer Nebeneffekt, praktisch ihre Belohnung.

Unser Archivbild von 2015 zeigt s ie mit anderen Helfern und Leiterin Silvia Hemel (Vierte von links). Zuvor hat sie sich jahrzehntelang bei den Grünen Damen und als Patientenfürsprecherin im Klinikum engagiert und war lange Vorsitzende des Hausfrauenbundes.

Die Bad Hersfelder Tafel ist nicht Elfriede Liers einziges Ehrenamt. 30 Jahre war sie bei den Grünen Damen tätig, dem Besuchsdienst im Klinikum Bad Hersfeld. Auch da war sie eine der ersten, die sich auf Anregung von Pfarrerin Gertrud Matthias für diesen Dienst meldete, erinnert sie sich. Was sie erwartet auf ihrem Gang über die Stationen, das wissen die Grünen Damen meist nicht. „Hinter jeder Tür ein anderes Schicksal“, sagt Elfriede Liers. Da gibt es Patienten, die einfach ihre Ruhe haben wollen und andere, die das dringende Bedürfnis haben, über ihre Krankheit oder Probleme in der Familie zu sprechen – oder die einsam sind und sich freuen, wenn jemand kommt, der Zeit zum Zuhören hat.

Ein weiteres Ehrenamt war das der Patientenfürsprecherin, das Elfriede Liers 25 Jahre innehatte. Als Ansprechpartnerin kümmerte sie sich um Patienten, die Probleme hatten – mit den Schwestern, mit den Ärzten oder mit der Verwaltung –, und bemühte sich, die Probleme aus dem Weg zu räumen. „Vieles lässt sich im Gespräch klären“, ist Elfriede Liers überzeugt.

Sehr oft wurde sie allerdings nicht in Anspruch genommen, unter anderem deshalb, weil viele Patienten gar nicht wussten, dass es jemanden gibt, der sich für sie einsetzt. Öffentlichkeitsarbeit in eigener Sache war Elfriede Liers deshalb immer ein Anliegen. Ausdrücklich lobt sie die gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit dem Klinikum.

Engagiert war Elfriede Liers auch beim Hausfrauenbund, dessen Vorsitzende sie viele Jahre war, und als Leiterin der Verbraucherberatung. „Der Hausfrauenbund hatte früher eine bedeutende Stellung in Bad Hersfeld“, erzählt Liers. In den 70er-Jahren habe er rund 300 Mitglieder gehabt. Über den Hausfrauenbund absolvierte Elfriede Liers eine Ausbildung als Hauswirtschaftsmeisterin und unterrichtete später zehn Jahre lang an den Beruflichen Schulen Hauswirtschaft. Nach Posten und Aufgaben hat Elfriede Liers sich allerdings nie gedrängt. „Du bekommst eine Aufgabe übertragen und wenn das erst mal gut läuft, kommen weitere Aufgaben hinzu“, beschreibt sie die Entwicklung. Inzwischen beschränkt sie sich jedoch auf die Tätigkeit bei der Tafel und freut sich schon, wenn sie wieder helfen kann. (zac)

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