EAM fürchtet sinkende Einnahmen – Kleinere Stadtwerke unter Druck

Den Energieversorgern brechen die Gewinne ein

Hersfeld-Rotenburg. Die regionalen Energieversorger EAM und die Stadtwerke der Region fürchten in Zukunft deutlich sinkende Gewinne. Hintergrund sind neue Grundlagen für die Berechnung der Netzentgelte.

Mit ihren Vorschlägen will die Bundesnetzagentur die Preise für Verbraucher stabilisieren. Die Netzbetreiber sollen weiter Kosten einsparen und müssen mit niedrigeren Einnahmen für die Durchleitung von Strom und Gas rechnen.

Die Existenz der kleineren Stadtwerke würde bedroht, erklärte der Geschäftsführer der Stadtwerke Bebra, Herbert Höttl. An Personal (33 Mitarbeiter) könne man nicht weiter sparen. Daher könnte ein Zwang entstehen, dies bei den Investitionen in die Netze zu tun. Intelligente Netze, die mit der Einspeisung von Strom aus Sonnen- und Windenergie zurechtkämen, kosteten aber richtig Geld, sagte Höttl.

Von Existenzgefährdung möchte Marcus Gilbert von den Stadtwerken Bad Hersfeld zwar nicht sprechen. Weiterer Spardruck könne sich aber langfristig auf die Netzqualität auswirken, sagte auch Gilbert. Der Strompreis sinke vielleicht um ein paar Zehntel Cent, aber der Strom solle ja störungsfrei aus der Steckdose kommen, gab Gilbert zu bedenken. Neu- und Erweiterungsinvestitionen würden trotz Novelle weiterhin nur mit großer zeitlicher Verzögerung berücksichtigt, kritisierte Gilbert. Nach den Plänen würden auch kleinere Stadtwerke wie Bad Hersfeld einem äußerst komplexen Verfahren der Bundesnetzagentur unterzogen. Dabei sei dieses schon heute „unendlich kompliziert“.

Energieexperte Dr. Marcus Stronzik (Bad Honnef), hält die Überarbeitung der Anreizregulierung für eine „sinnvolle Weiterentwicklung“. Durch den Vergleich von Netzbetreibern würden einige Unternehmen „aus der Komfortzone“ herausgeholt. Im Interesse der Strom- und Gaskunden und sinkender Preise sei das notwendig.

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Rubriklistenbild: © dpa

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