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Zwischen den Zeilen: Engagement mit vielen Facetten

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Von: Nadine Meier-Maaz

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Nadine Meier-Maaz
Nadine Meier-Maaz © Eisenberg, Jan-Christoph

Um eine Spendenauktion, eine umstrittene Karnevalsparty und Hilfe in allen Lebenslagen geht es in der aktuellen Kolumne von Nadine Meier-Maaz.

Tue Gutes und rede darüber, heißt es so schön, und daran halten sich nicht nur viele Firmen, sondern mitunter auch Vereine und Privatpersonen.

Mit etwas Verspätung hat uns in diesem Sinne in dieser Woche ein ehemaliger Unternehmer aus Leichlingen auf eine Spendenaktion zugunsten der Flutopfer im Ahrtal aufmerksam gemacht. Leichlingen liegt im Rheinland und war ebenfalls von der verheerenden Hochwasserkatastrophe betroffen – und es war einst der Drehort von „Klimbim“, eine der ersten Comedy-Serien im deutschen TV. Mit dabei war Schauspielerin Ingrid Steeger, die inzwischen in Bad Hersfeld lebt, wo der 79-jährige Ex-Unternehmer, der „die Steeger“ noch von früher kennt, sie vor einiger Zeit mit lokalkompetenter Hilfe ausfindig gemacht hat.

Gemeinsam nahmen sie im Herbst an einer Benefizauktion teil, bei der der Leichlinger einen schicken Oldtimer 1939 Packard 120 Sedan, der schon der US-amerikanischen Burlesquetänzerin Dita van Teese gehört haben soll, versteigern ließ. Immerhin 26 000 Euro konnten am Ende gespendet werden – auch dank „Werbefigur“ Ingrid Steeger, wie ihr Bekannter betont, der der 74-Jährigen bessere Presse wünscht. Wir geben die gute Tat an dieser Stelle gerne preis. Für die prominente Wahl-Hersfelderin sind solche Ausflüge eine willkommene Abwechslung. „Ich bin gerne unter Menschen und brauche die Menschen“, sagt sie selbst.

Gut gebrauchen kann derzeit wohl auch jeder, dem die täglichen Nachrichten und Bilder aus der Ukraine nahegehen und Sorgen bereiten, ein wenig Ablenkung und Zerstreuung. Fröhlich gefeiert wurde jedenfalls am vergangenen Wochenende in Haunetal, wo die heimischen Narren nach der erneuten coronabedingten Absage der Prunksitzungen mit einem Truck durch mehrere Ortsteile zogen, inklusive Tanz, Konfetti, Bonbons und lustigen Reden. Von den vielen Mitfeiernden vor Ort gab es vor allem Lob für diese Idee, im Internet ließ indes Kritik nicht lange auf sich warten.

Ob es kurz nach Kriegsausbruch eine fröhliche Karnevalsparty brauchte, darüber schieden sich die Geister. Man wolle und dürfe sich von einem Diktator nicht den Spaß verderben lassen, argumentierten die Organisatoren, die gleichzeitig Verständnis für jeden äußerten, der unter den aktuellen Umständen nicht mitfeiern wollte. Zudem habe man sich lange darauf gefreut und viel Mühe steckt zweifelsohne in so einem Programm. Keine einfache Entscheidung. Letztlich muss jeder für sich nach bestem Wissen und Gewissen entscheiden. Und mit Krisen und Problemen geht ohnehin jeder anders um.

Immer gebraucht wird die Feuerwehr, das zeigt sich jede Woche wieder. Feuer im Entsorgungsbetrieb, eine Wasserleiche in der Fulda, Ölspuren, Unfälle – und manchmal ist es auch die „einfache“ Fahrstuhlrettung, die die freiwilligen Einsatzkräfte zu Helden werden lässt. Geld gibt es dafür nicht, aber zumindest hin und wieder Lob und Anerkennung, wie kürzlich von einer Dame, die offenbar eine Stunde lang in einem kleinen Aufzug ausharren musste, bis die Feuerwehr sie befreite. Dafür bedankte sich die Gerettete auf Facebook, denn das passiere viel zu selten – verbunden mit dem „Hinweis“, dass sie auf einen Techniker wohl noch lange gewartet hätte. Für die Einsatzkräfte war die Hilfe selbstverständlich; ihr Engagement in der Freizeit, nicht selten mitten in der Nacht, ist es nicht.

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