Entscheidung über Autohof wurde vertagt

Grundstück an der B 83 in Heinebach: Alheimer Parlament will erst andere Interessenten anhören

Ein Autohof an der B 83 in Heinebach? Die Alheimer Gemeindevertreter fühlten sich damit überrumpelt und vertagten die Entscheidung.

Das Grundstück an der B 83 unmittelbar neben Auto Service Simons (im Hintergrund) steht zum Verkauf. Ein möglicher Verkauf an Simons wurde vertagt – auch andere Interessenten können sich wieder melden.

Heinebach – Die Alheimer Gemeindevertreter sollten in der Sitzung am Dienstag darüber abstimmen, ob das Grundstück am Ortsausgang Richtung Rotenburg an die Firma Simons verkauft wird. „Mir fällt es schwer, zu einem Vertrag Ja zu sagen, den ich nicht kenne“, sagte der SPD-Fraktionsvorsitzende Heinz Schneider. In die Wege geleitet worden war der geplante Verkauf an Auto Service Simons in der letzten Gemeindevorstandssitzung des bisherigen Bürgermeisters Georg Lüdtke (SPD) im Februar.

Gerhard Wagner (Grüne) eröffnete die Diskussion und wollte wissen, wer das Konzept von Simons überhaupt gesehen habe. „Der Gemeindevorstand hat das gesehen“, antwortete Büroleiter Bernd Böhle. Im Gemeindevorstand sind zwar alle im Parlament vertretenen Fraktionen dabei, außer dem Bürgermeister haben aber alle Schweigepflicht. Das Gremium konnte die Pläne auch nur auf den Weg bringen – entscheiden muss die Gemeindevertretung, die direkt von der Bevölkerung gewählt ist.

Wagner äußerte Bedenken, dass die Fläche, die direkt neben Kaufinteressent Simons liegt, dann letztlich ein Abstellplatz für Autos werde. Die Grünen würden auf dem Grundstück ohnehin lieber keine Tankstelle sondern zum Beispiel ein Handwerksunternehmen sehen.

SPD-Mann Schneider meinte, das Thema müsse vor einer Abstimmung im Parlament auch dem Heinebacher Ortsbeirat vorgelegt werden – und dabei auch mögliche Alternativvorschläge für das Grundstück präsentiert werden. Große Eilbedürftigkeit sehe er nicht, so Schneider. Dem schloss sich der CDU-Fraktionsvorsitzende Dieter Schönborn an. Man könne erst zustimmen, wenn es einen „vorlagefähigen Kaufvertrag“ gebe. Wenn es andere Interessenten gebe, müsse man sich auch deren Vorschläge ansehen.

Unterzeichnet war der Beschlussvorschlag von Bürgermeister Jochen Schmidt und Büroleiter Bernd Böhle. Der seit Anfang März amtierende Schmidt (parteilos) wies darauf hin, dass die Verkaufsverhandlungen mit Simons im Gemeindevorstand vor seiner Amtszeit beschlossen wurden. „Ich hatte den Eindruck, dass da schnell verkauft werden soll. Wenn der politische Wille besteht, können wir selbstverständlich das Grundstück über die HLG noch mal freischalten lassen.“ Dafür sprach sich das Parlament dann auch einstimmig aus.

Die Hessische Landgesellschaft (HLG) ist eine Treuhandstelle, mit der Kommunen bei Grundstückserschließungen und -vermarktungen kooperieren können. In diesem Fall hatte die HLG nach der Beauftragung durch den Alheimer Gemeindevorstand mit Simons über die 6000 Quadratmeter große Fläche verhandelt. Simons legte ein Angebot von 288 000 Euro vor (48 Euro pro Quadratmeter). Während der Verhandlungen konnten bei der HLG keine weiteren Angebote mehr abgegeben werden. Im April hatte sich allerdings mit dem Heinebacher Unternehmen Biopower noch ein weiterer Interessent gemeldet. Nach der Entscheidung im Parlament können sich nun auch wieder andere potenzielle Käufer um die Fläche bemühen.

Büroleiter Böhle erklärte, dass das Grundstück bereits seit 2006 in der Vermarktung sei und das Angebot von Simons lange das Einzige gewesen sei. Auch die mennonitische Brüdergemeinde habe Interesse angemeldet, das habe sich aber zerschlagen. So habe der Gemeindevorstand über das einzig vorliegende Konzept abgestimmt. Vertragsbestandteil wäre gewesen, dass Simons das vorgelegte Konzept mit Tankstelle, Waschhalle und Lkw-Stellplätzen innerhalb von zwei Jahren umsetzt.

Von Christopher Ziermann

Rubriklistenbild: © Clemens Herwig

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