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Gegen den Trend: Erdbeeren sind im Kreis Hersfeld-Rotenburg gefragt

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Von: Carolin Eberth

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Direkt in den Mund: Wer fleißig pflückt, darf auf den Erdbeerfeldern von Lothar Daube in Sorga gerne auch kosten – ganz zur Freude von Cornelia Schmidt und ihren Kindern Matilda und Maximilian.
Direkt in den Mund: Wer fleißig pflückt, darf auf den Erdbeerfeldern von Lothar Daube in Sorga gerne auch kosten – ganz zur Freude von Cornelia Schmidt und ihren Kindern Matilda und Maximilian. © Carolin Eberth

Bauernverbände klagen über Absatzprobleme bei Erdbeeren. Die Landwirte im Kreis Hersfeld-Rotenburg verzeichnen hingegen eine große Nachfrage.

Hersfeld-Rotenburg – Bauernverbände in Hessen haben jüngst über Absatzprobleme bei Erdbeeren geklagt. Die Kauf-Zurückhaltung durch die Inflation und die Konkurrenz aus dem Ausland machen den Landwirten zu schaffen. Auf den Feldern im Landkreis Hersfeld-Rotenburg ist davon allerdings nichts zu spüren, wie die regionalen Erzeuger berichten.

Alle Erdbeerbauern im Landkreis sprechen von einer guten Qualität, schmackhaften Beeren und Wetter, das es bisher gut mit den sensiblen roten Früchten meine. Absatzprobleme oder eine geringere Nachfrage haben die Landwirte in Waldhessen bislang nicht festgestellt. „Ich habe in dieser Saison sogar genau das Gegenteil erlebt. Die Leute sind verständnisvoll, geben für regionale Produkte gerne mehr Geld aus und sind großzügig mit Trinkgeld“, erzählt Landwirt Lothar Daube, der Erdbeeren zum Selberpflücken in Sorga anbietet. „Und das, obwohl ich die Preise etwas erhöhen musste.“

Je nach Wetterlage geht Daube davon aus, dass die Erdbeerzeit noch zwei bis drei Wochen andauern könnte, sofern es in den kommenden Tagen auch mal wieder regnet. „In diesem Jahr ist der Boden besonders trocken. Kommt jetzt noch eine Hitzewelle dazu, kann es auch schnell zu Ende sein mit der Erdbeersaison.“

Von einer ungebremsten Kundschaft spricht auch Irina Blackert, die mit ihrem Mann Bernhard Erdbeeren vom Feld in Heinebach verkauft. Aufgrund der geringen Erntemenge 2021 seien ihre Kunden besonders froh über die gute Qualität in diesem Jahr. „Viele haben sehnsüchtig auf den Saisonstart gewartet, der sehr gut losging. Wie es allerdings am Ende der Erdbeerzeit aussieht, das kann ich jetzt noch nicht sagen.“ Die Preise seien bei den „Ellenbacher Erdbeeren“ stabil geblieben.

Michael Kaiser, der elf Hektar Erdbeeren in Breitenbach am Herzberg anbaut, klagt derweil über ganz andere Probleme: „Es sind zwar viele Beeren da, jedoch haben mich alle meine Pflücker aus Polen im Stich gelassen und sind nicht erschienen.“ Er habe mittlerweile zwar ein paar Erntehelfer aus der Region für sich gewinnen können, doch für ihn steht fest, dass er seine Anbaufläche in den nächsten Jahren weiter verkleinern wird. „Alles wird teurer, nur die Erdbeeren nicht. Das kann auf Dauer nicht funktionieren.“

Eine 500-Gramm-Schale mit selbstgepflückten Beeren kostet im Landkreis 1,50 bis 2,50 Euro.

Hier gibt es Erdbeeren zum Selbstpflücken

Erdbeeren zum Selbstpflücken gibt es bei Bauer Lothar Daube in Sorga täglich von 8 bis 17 Uhr und sonntags bis 11 Uhr. Das Selbstpflücken der Ellenbacher Beeren bei Familie Blackert aus Heinebach auf den Feldern zwischen Nieder- und Oberellenbach ist werktags von 8 bis 12 Uhr und von 15 bis 18 Uhr möglich, an Sonn- und Feiertagen von 15 bis 18 Uhr. Bei Michael Kaiser in Breitenbach/H. kann von 7 bis 18 Uhr und an Sonn- und Feiertagen von 7 bis 12 Uhr gepflückt werden.  (Carolin Eberth)

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