Kreis kommt vergleichsweise gut durch Krise

Erholung trotz Corona: Arbeitslosenquote in Hersfeld-Rotenburg sinkt 

Die Agentur für Arbeit teilt die aktuellen Arbeitslosenzahlen mit (Symbolbild).
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Die Agentur für Arbeit teilt die aktuellen Arbeitslosenzahlen mit (Symbolbild).

Trotz der Corona-Pandemie hat sich der Arbeitsmarkt im Landkreis im Oktober weiter erholt. Die Arbeitslosenquote sank von 4,1 auf 3,9 Prozent.

Hersfeld-Rotenburg – Vor einem Jahr lag die Quote bei 3,4. Derzeit sind 2529 Menschen ohne Arbeit, das sind 132 weniger als im September. Von dem positiven Trend profitieren laut Waldemar Dombrowski, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Bad Hersfeld-Fulda, alle Personengruppen. 244 Personen, die zuvor eine Arbeit hatten, meldeten sich im laufenden Monat arbeitslos – 27 weniger als vor einem Jahr. Dafür fanden 228 zuvor arbeitslose Menschen eine Stelle. Das sind neun mehr als im Vorjahr.

Die Quote sinkt zwar auch in Hessen und Deutschland – doch nach wie vor ist mit Zahlen belegbar, dass Hersfeld-Rotenburg vergleichsweise gut durch die Krise kommt. Die Quote liegt um 15,8 Prozent höher als im Vorjahr. In Hessen sind es 32,4 Prozent.

Entspannt hat sich die Situation besonders bei Männern und Frauen unter 25 Jahren, von denen viele in den Arbeitsmarkt integriert werden konnten. Doch auch die Aufnahme eines Studiums oder der Beginn von „arbeitspolitischen Maßnahmen“ spielen dabei eine Rolle. Aktuell sind noch 241 und damit 87 junge Menschen weniger als im September arbeitslos gemeldet.

Relativ stark von der Krise betroffen sind im Landkreis laut Dombrowski Arbeitslose über 50 Jahren. Bedarf an Fachkräften bestehe derzeit in der Pflege und im Handwerk, unter anderem bei Dachdeckern, Tischlern und Anlagenmechanikern. Gleiches gilt im Hinblick auf das Weihnachtsgeschäft in den Bereichen Lager und Logistik.

Mittlerweile kann die Agentur für Arbeit exkate Aussagen zu den Zahlen bei der Kurzarbeit in den Hochphasen der Krise im April und Mai machen. Betroffen waren gut 6000 Beschäftigte – ein Anteil von zwölf Prozent. Auch damit liegt der Landkreis laut Dombrowski deutlich unter dem Landesschnitt. Neu hinzugekommen sind im Oktober fünf Anzeigen von Betrieben auf Kurzarbeit. Insgesamt sind das nun seit Anfang März 1166 Betriebe.

Dombrowski zeigt sich angesichts der steigenden Corona-Zahlen besorgt, weil die staatlichen Maßnahmen zum Gesundheitsschutz „die positive Entwicklung der letzten Monate beeinträchtigen werden“.

Die Unterbeschäftigungsquote, die auch die auch Menschen erfasst, die in einer „arbeitsmarktpolitischen Maßnahme“, vorübergehend krank oder älter als 58 Jahre sind und Hartz IV beziehen, liegt bei 4,9 Prozent (Vormonat 5,1; Vorjahr 4,5).

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