Rechnung mit Unbekannten

Erneuerung der Hochbrücke in Bad Hersfeld ist ein kompliziertes Bauprojekt

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Die Hochbrücke in Bad Hersfeld soll ab 2024 erneuert werden.

Bad Hersfeld - Mehr als ein Dutzend Varianten für die dringend erforderliche Erneuerung des Brückenbauwerks über die Bahnlinie hatten die Fachleute der DEGES geprüft.

Als einer der interessierten Zuhörer in der Stadthalle den Vorschlag machte, den Durchgangsverkehr auf der Bundesstraße 324 künftig ganz aus der Bad Hersfelder Innenstadt herauszuhalten und dadurch die verbleibende Nutzungsdauer der Hochbrücke zu verlängern, brachte er die Planer für einen Moment in Verlegenheit.

Mehr als ein Dutzend Varianten für die dringend erforderliche Erneuerung des Brückenbauwerks über die Bahnlinie hatten die Fachleute der DEGES (Deutsche Einheits Fernstraßenplanungs- und -bau GmbH) geprüft, doch diese Möglichkeit war offenbar nicht erwogen worden (siehe unsere Zeitung von gestern).

Dafür aber der „Trog“, eine Unterführung, die unterhalb der Schienen und der Bismarckstraße verlaufen wäre. Das Problem bei dieser Lösung: Die Straße hätte so tief gelegen, dass ein Anschluss der Kleinen Industriestraße – und damit zum geplanten Kaufland-Markt – technisch unmöglich gewesen wäre.

Auch weitere Überlegungen, mit dem Neubau eine städtebauliche Verbesserung zu erwirken, hatten sich als nicht praktikabel erwiesen. Das hat auch mit dem umfangreichen Leitungsnetz zu tun, das im Brücken-Umfeld verlegt ist. Unter anderem verläuft hier eine Breitband-Haupttrasse der Telekom, die den gesamten Landkreis versorgt.

Nicht vom Einsturz bedroht: Die Fuldabrücke der Berliner Straße ist als Umleitung gefordert.

Nachdem die Vertreter der DEGES den Stand der Planungen für das ab dem April 2024 terminierte Projekt mitgeteilt hatten, ging es in der anschließenden Diskussion mit den Zuhörern hauptsächlich um Themen wie den Lärmschutz, die barrierefreie Unterführung für Fußgänger und Radfahrer, die Bahntrasse und die Belastung auf der Umleitungsstrecke der Berliner Straße.

Beim letzgenannten Punkt gab Martin Bode, Leiter des städtischen Fachbereichs Technische Dienste, Entwarnung. Die Brücke über die Fulda sei entgegen manchem Gerücht „keineswegs vom Einsturz bedroht“. Es gebe Problemstellen, insbesondere bei zwei Widerlagern, aber diese würden bis zum Baubeginn an der Hochbrücke beseitigt.

Eine Rechnung mit Unbekannten ist hingegen die Kreuzung mit der Bahnlinie. Da die Deutsche Bahn selbst noch nicht weiß, ob die künftige Neubaustrecke Fulda-Gerstungen durch den Bahnhof Bad Hersfeld oder an der Stadt vorbei läuft, sprachen die DEGES-Vertreter lediglich von „engem Kontakt“. Ein Zuhörer regte an, unter der Brücke vorsichtshalber Platz für sechs Gleise zu schaffen, um für alle Eventualitäten gerüstet zu sein.

36,5 Millionen Euro soll der Brücken-Neubau nach Stand der Dinge kosten. Auch die Stadt Bad Hersfeld wird sich mit einem sechsstelligen Betrag beteiligen müssen. (ks)

Quelle: Hersfelder Zeitung

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