Betrieb in der Akademie ruht wieder

Burg Fürsteneck im Corona-Schlaf: Es pfeift nur der Wind

Stillleben: Wie ein Gemäuer aus dem Märchen präsentiert sich die Burg.
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Stillleben: Wie ein Gemäuer aus dem Märchen präsentiert sich die Burg.

Ob Kinos, Schwimmbäder, Tanzlokale oder Museen: Viele Einrichtungen sind wegen der Corona-Pandemie geschlossen. Wir haben hinter die Kulissen der Burg Fürsteneck geblickt.

Fürsteneck – Dort, wo sich sonst Seminarteilnehmer tummeln, farbenfrohe Kunst- und klangintensive Musikprojekte absolvieren, herrscht derzeit wieder absolute Stille. Verlassen liegt sie da – Burg Fürsteneck. Keine Menschenseele ist zu sehen. Nur der kalte Wind pfeift auf dem Gelände hoch oben im Eiterfelder Ortsteil Fürsteneck.

Ausgestorben: Auf Burg Fürsteneck ruht wegen Corona der Akademie-Betrieb zunächst bis Ende Februar.

Schon während des ersten Lockdowns ruhte der Betrieb der Akademie für musisch-kulturelle, berufliche und gesellschaftspolitische Weiterbildung zwischen dem 13. März und Ende Mai des vergangenen Jahres. Seminare und andere Projekte liefen dann wieder eingeschränkt von Mitte Juni bis Ende Oktober. „Seit November steht hier bei uns wieder alles still und wir befinden uns in Kurzarbeit. Nur die Verwaltung arbeitet im Homeoffice. Hin und wieder schaut mal jemand nach dem Rechten auf dem Burggelände“, berichtet Carsten Bäumler, Leiter der beruflichen Weiterbildung auf Burg Fürsteneck.

Aufgrund der fehlenden wirtschaftlichen Grundlage durch den Seminar- und Beherbergungsbetrieb habe die Akademie natürlich finanzielle Verluste eingefahren. Diese würden derzeit noch gut über seit Jahren gebildete Rücklagen aufgefangen. Dieses Geld fehlt dann aber für den vorgesehenen Aus- und Umbau des Beherbergungs- und Seminarbereichs.

Da für die Seminarteilnehmer aktuell nur Doppelzimmer zur Verfügung stehen, sollten eigentlich bis zu 25 Einzelzimmer und ein Multifunktionsraum geschaffen werden. „Die Pläne liegen seit Dezember 2019 dem Land Hessen zur Prüfung vor, doch dann kam Corona“, sagt Karsten Evers, Vorstandsmitglied im Trägerverein der Akademie.

Gerade jetzt in der ruhigen Zeit könnten eigentlich notwendige Bau- und Sanierungsarbeiten vorgenommen werden, doch die unsicheren Zeiten ließen dies nicht zu „Wir haben Überbrückungsgeld und die Novemberhilfen beantragt. Da ist zum Teil auch schon Geld geflossen“, teilt Bäumler mit. Doch auf diese finanzielle Unterstützung würden er und seine Mitstreiter gerne verzichten, wenn nur endlich wieder ein uneingeschränkter Bildungsbetrieb möglich sei.

Doch genau das ist das Problem. Ein Ende der Corona-Pandemie ist nicht absehbar. Und für die Akademie bedeute dies auf unbestimmte Zeit, mit vielen weiteren Einschränkungen leben zu müssen. „Wir haben bis definitiv Ende Februar geschlossen. Ab März würden wir gerne wieder erste Seminare anbieten wollen. Die Anmeldungen dafür sind online jederzeit möglich. Es bleibt aber die Ungewissheit“, so Carsten Bäumler.

Lediglich einige geschichtliche oder literarische Seminare würden derzeit online abgehalten. „Auch 1:1-Nyckelharpa-Unterricht über Zoom funktioniert und die anderen hören zu“, erklärt Evers. Diese Online-Angebote bescherten zumindest auch einigen Referenten Arbeit. „Darunter sind nämlich viele Freiberufler, die sich jetzt natürlich auch nach Festanstellungen umsehen müssen. Die würden uns dann nach der Corona-Krise nicht mehr zur Verfügung stehen. Das ist aktuell eine nicht einfache Zeit für uns alle“, erklärt Evers.

Für die Rückkehr zum Normalbetrieb müssten ohnehin die Corona-Infektionszahlen drastisch sinken. „Unsere Bildungsangebote sind oft auf größere Gruppen ausgelegt, die dann auf engstem Raum intensiv zusammenarbeiten. Von daher müssen wir uns als sicheren Ort darstellen können. Wann das so weit ist, das wissen wir nicht“, führt Evers aus. Und er ergänzt: „Unsere Teilnehmer kommen von überall her, reisen sternförmig an und nach dem Seminar wieder sternförmig ab. Wir möchten definitiv nicht zu einem Corona-Hotspot werden. Wir haben den Anspruch, sehr, sehr sorgfältig mit der Situation umzugehen. (Mario Reymond)

Menschenleer: Das Burggelände ist derzeit verwaist.

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