Evangelische Kirche in Bosserode wird liebevoll saniert

Arbeitsplatz in luftiger Höhe: Im Kirchturm schneiden Dachdecker Matthias Köthe und seine Kollegen Holz zu und verbauen es.

Bosserode. Hoch über den Häusern Bosserodes arbeiten Matthias Köthe und seine Kollegen. Aktuell arbeiten sie an der Holzkonstruktion eines Kirchturms - Weihnachten soll er fertig sein.

Sie haben einen manchmal windigen und inzwischen sehr kühlen Arbeitsplatz oberhalb der Dächer Bosserodes. Nicht weit entfernt sehen sie den großen Kaliberg aus dem Werratal ragen. Seit August sind sie damit befasst, die Holzkonstruktion im oberen Teil des Turms der evangelischen Kirche zu erneuern.

Seit August wird der Turm der Bosseröder Kirche restauriert. Bis Weihnachten sollen die Arbeiten abgeschlossen sein. Fotos: Meyer

Der Auftrag lautete zunächst, eine neue Holzschalung für die Schiefereindeckung zu schaffen und die maroden Schieferplatten zu ersetzen. Bei der Arbeit bemerkten die Zimmerleute, dass das im Bereich der Turmzwiebel verwendete Nadelholz von einem Schädling befallen war, dem Hausbock. Dieser Käfer zerstöre das Holz, hinterlasse aber kaum äußerlich sichtbare Spuren, erklärt Elmar Ruhland von der Firma Denkmalpflege Mühlhausen.

Historisches erhalten

Diese Entdeckung verzögert die Arbeiten: Die Konstruktion der Zwiebel muss komplett ersetzt werden. Auch die darunterliegende Achteck-Konstruktion müssen die Zimmerleute ausbessern. Das jahrhundertealte Eichenholz hier ist stellenweise von Fäule betroffen. Ziel ist es, die historische Bausubstanz nach Möglichkeit an Ort und Stelle zu lassen, so Architekt Helmut Spitze. Noch brauchbare Holzteile schneiden die Zimerleute in luftiger Höhe zu und verwenden sie wieder.

Kosten verdoppelt

Nachrichten aus der Vergangenheit: Die fanden Pfarrer Winfried Schiel, rechts, und Manfred Baum vom Kirchenvorstand.

Andere Teile, wie etwa die bogenförmigen Schweifsparren der Zwiebel, werden anderenorts vorbereitet und später im Turm verbaut. Mit Moselschiefer wird die Konstruktion hinterher gedeckt.

Waren anfangs 60.000 Euro für die Restaurierung eingeplant, erhöhen sich die Kosten durch die zusätzlich notwendigen Arbeiten auf gut 120.000 Euro, erklärt Pfarrer Winfried Schiel. Etwa 11.000 Euro davon bringt die Gemeinde auf, ebenso viel die Landeskirche. Etwa 100.000 Euro trägt der Kirchenkreis.

Die Gottesdienste konnten weiter uneingeschränkt stattfinden. Trotz der Verzögerung soll der Kirchturm bis Weihnachten fertig sein.

Von Achim Meyer

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