Fabian Krutzek war nach der Lolls-Schlägerei vor einem Jahr Ersthelfer von Serdar Kurt

Nach Schlägerei Freunde fürs Leben

Sind Freunde geworden: Serdar Kurt und Ersthelfer Fabian Krutzek vor dem Linggdenkmal. Nur wenige Meter von hier wurde Kurt niedergeschlagen. Foto: Wenzel

Bad Hersfeld. Serdar Kurt kann sich an die dramatischen Geschehnisse am frühen Morgen des 17. Oktober 2014 nicht erinnern. Er weiß nicht, wie er aus dem „News Café“ am Bad Hersfelder Linggplatz herausgekommen ist und er weiß auch nicht, dass ihn eine Metallstange am Kopf getroffen hat.

„Ich bin erst einige Zeit später im Krankenhaus aufgewacht,“ sagt er.

Anfangs war gar nicht sicher, ob er den Schlag überleben würde. Freunde und Familie bangten um ihn, seine in London wohnende Schwester nahm unbezahlten Urlaub. Eine Woche lag er im Koma.

Erst zwei Operationen, bei denen zunächst ein Drittel der Schädeldecke entfernt und dann wieder eingesetzt wurde, haben ihm das Leben zurückgegeben. Die zweite Operation war ausgerechnet an seinem 40. Geburtstag. „Das war der Tag, an dem für mich mein zweites Leben begann“, erzählt Kurt.

Operation am 40. Geburtstag 

Die Handy-Selfies, die er nach den Operationen von sich gemacht hat, sind nichts für schwache Nerven. Fast ein halbes Jahr musste er in Krankenhäusern in Bad Hersfeld, Bad Wildungen sowie in Rotenburg verbringen, ehe er wieder halbwegs auf die Beine kam. Danach folgte eine monatelange Reha. „Ich musste wieder neu das Laufen und Reden lernen“, erzählt er. Noch heute leidet er unter den Folgen der Tat. Geruchs- und Geschmackssinn sind gestört, er hat Tinnitus, soll in Kürze ein Hörgerät tragen. Im Abstand von 14 Tage muss er zum Arzt. Er hofft, dass er im kommenden Jahr wieder arbeiten kann, zumindest stundenweise: „Dauernd zu Hause rumsitzen – das ist nichts für mich.“

Kurt hat Fabian Krutzek vor jenem 17. Oktober nicht gekannt. Der 24-jährige Niederaulaer kam an diesem frühen Morgen kurz vor Sonnenaufgang aus dem Seiteneingang der Gaststätte mit ein paar Freunden: „Wir hatten gut gefeiert, fast alle etwas getrunken. Ja, und wir wollten frühstücken.“

Doch was er dann zu sehen bekam, hat ihm fast den Atem verschlagen. Keine zehn Meter weiter, vor dem Haupteingang an der Drehtür, lag Kurt regungslos am Boden. „Er war nicht ansprechbar und blutete stark.“

Von Hartmut Wenzel

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