Informationsveranstaltung zum geplanten Steinbruch - Kritik an Verkehrsbelastung

Bis zu 50 Fahrten am Tag

Die Stühle reichten nicht aus: Groß war der Andrang in der Informationsveranstaltung zum geplanten Steinbruch im Dorfgemeinschaftshaus in Schwarzenhasel. Zentrale Themen in der Diskussion waren die zu erwartende Verkehrsbelastung und der Eingriff in Natur und Landschaft. Fotos: Vöckel

SCHWARZENHASEL. Das Interesse war groß. 110 Personen besuchten die Informationsveranstaltung im Dorfgemeinschaftshaus in Schwarzenhasel zum geplanten Kalksteinbruch. Eingeladen hatten die Ortsvorsteher von Schwarzenhasel und Erkshausen, Dieter Röddiger und Thomas Nölke. Sie waren über das geplante Projekt im Bereich der so genannten Seese einige Tage vor Weihnachten unterrichtet worden. Gemeinsam mit Jens Wegner vom Ingenieurbüro für Tiefbau und Umwelttechnik (InTiUm) in Melsungen und Umweltberater Heinrich Wacker von der Stadt Rotenburg informierten sie die Besucher über den Stand der Planungen.

„Das Gelände für den geplanten Steinbruch ist zwei Kilometer von Schwarzenhasel und 1500 Meter von Erkshausen entfernt“, erläuterte Jens Wegner den Abbaubereich, für den sein Unternehmen im Auftrag der Firma Beisheim aus Bebra einen Bauantrag erarbeitet hat. Das Gelände des geplanten Steinbruchs sei von den Orten aus nicht einsehbar.

Keine Sprengungen

Auch die Lärmbelästigung werde sich in Grenzen halten, betonte Wegner. Sprengungen zum Abbau des Kalkschotters seien nicht vorgesehen. Eingesetzt für die Rohstoffgewinnung würden lediglich Bagger und zeitweise eine Körnungssiebanlage. Vorgesehen seien zwei Bauabschnitte in 14 Jahren und ein jährlicher Abbau von 30 000 Kubikmeter Kalkschotter. Die Abbaufläche befinde sich in keinem Naturschutzbereich oder Landschaftsschutzgebiet. Ein schützenswerter Bereich sei vom Abbau nicht betroffen.

Zwei neue Arbeitsplätze

„Zu diesem Kalkmagerrasen werden wir sogar noch einen Sicherheitsstreifen von 15 Metern einhalten“, erklärte Markus Weber von der Firma Beisheim. Sein Unternehmen werde sich auch verpflichten, die schützenswerte Insel durch die erforderliche Mahd zu pflegen. Im Steinbruch würden zwei neue Arbeitsplätze entstehen. Nach dem Abbau werde der Steinbruch verfüllt und als landwirtschaftliche Fläche wieder hergestellt.

Ein wichtiges Thema in der Diskussion mit den Besuchern war die zu erwartende Verkehrsbelastung durch die Abfuhr des Kalkschotters. „Wir rechnen im Durchschnitt mit 20 bis 30 Fahrten von Vierachser-Lastkraftwagen am Tag. In Spitzenzeiten können es auch 50 sein“, kündigte Jens Wegner an.

58 Kinder

„Durch diese zusätzliche Verkehrsbelastung wird Schwarzenhasel immer mehr zu einem Transitdorf, in dem aber 58 Kinder im Alter bis zwölf Jahre leben“, stellte Andre Herwig fest. Er fragte nach einem Ausgleich für die zusätzliche Belastung. Markus Weber bot eine Geschwindigkeitsbeschränkung seiner Fahrzeuge auf 30 Stundenkilometer an. (zvk)

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