Fast wie die echte Tina Turner: Musical in der Rotenburger Göbel Hotels Arena

Sie gaben alles: Die Musiker und Tänzerinnen um Sängerin Tess Smith präsentierten eine tolle Show, die mehr Publikum verdient gehabt hätte. Fotos: Apel

Rotenburg. . Schon zu absoluter Hochform aufgelaufen, setzt Tess „Dynamite“ Smith noch eins drauf: „Ich habe Bock! Kommt vor die Bühne! Lasst uns zusammen singen, rocken, tanzen! Wir leben doch jetzt!“

Das Publikum in der Göbels Hotels Arena, das die Rocklegende Tina Turner schon aus jungen Jahren kennt und das sie im Musical „Tina - Break Every Rule“ wiedererleben will, lässt sich das nicht zweimal sagen: Scharenweise jubeln Männer und vor allem Frauen „ihrer“ Tina Turner zu, lassen sich von der Protagonistin des Abends immer wieder neu animieren mitzuklatschen, mitzufeiern, mitzujubeln.

Tess selbst, die auf den Philippinen groß gewordene Tänzerin und Choreografin, reißt mit, begeistert mit „Nutbush City Limits“, „Rolling on the River „ und „Simply the Best“. Nicht nur der von Tina Turner, nein, auch ihr eigener Traum ist wahr geworden, überträgt sich mit all seiner Power und Lebensenergie auf das Publikum, das schon lange nicht mehr unterscheidet zwischen dem Original und der übermorgen 54 Jahre jung werdenden Entertainerin, die mit ihrem unbändigen Temperament, ihrer Reibeisenstimme, ihrer Tina-Turner-Mähne, ihren Tänzerinnen und ihrer Band einfach alles gibt.

Tess Smith und dem von der Geraer Reset Production promoteten Musical-Ensemble gelingt am Freitagabend eine tolle Hommage an den inzwischen 77-jährigen Weltstar, der als Anna Mae Bullock in einem Club in den amerikanischen Südstaaten erstmals auf der Bühne stand. Ihr Entdecker, Mentor und späterer Ehemann Ike Turner machte aus ihr und mit ihr „Ike und Tina Turner“. Mit ihm durchlitt sie schwere Zeiten, ehe sie auf sich allein gestellt eine Weltkarriere begann, Stadien füllte und über 180 Millionen Tonträger verkaufte.

Wie das alles geschah, wird im Musical in großen Linien in ineinander verwobenen Handlungssträngen angedeutet und durchgehend „live“ mit gefühlvoll vorgetragenen Songs („Help Me if You Can, I’m Feeling Down!“) unterstrichen.

Vor allem im zweiten Teil des Programms präsentiert sich Tess als der Weltstar Tina, den das Publikum kennt und liebt. Bei stimmgewaltig inszenierten und tänzerisch eindrucksvoll begleiteten Solonummern, aber auch bei Duetten mit Stars wie Bryan Adams und Eros Ramazotti - perfekt performt von Daniel Splitt, der ansonsten mit Jasmin Graf und Berivan Kernich als Background-Sänger agiert. Die Begleitband tut ein Übriges und beweist vor allem beim Titelsong zum James-Bond-Film „The Golden Eye“ ihr ganzes Können.

Frenetischer, lang anhaltender Applaus für eine mitreißende, von der großen Tina inspirierte und von der kleinen, großen Tess unbändig nachempfundene Show. Natürlich gibt’s im Foyer Autogramme, und für jeden, der mit ihr ein Selfie machen will, hat Tess ein von Herzen kommendes Lächeln übrig. Ein toller Abend!

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