Fasziniert vom Mittelalter

Christiane Radimsky schreibt eine Saga über Erkenbert von Buchenau

Ist seit ihrer Kindheit von der Burg in Buchenau fasziniert und hat jetzt eine Romanserie über Ritten Erkenbert geschrieben: Christiane Radimsky aus Eiterfeld.
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Ist seit ihrer Kindheit von der Burg in Buchenau fasziniert und hat jetzt eine Romanserie über Ritten Erkenbert geschrieben: Christiane Radimsky aus Eiterfeld.

Buchenau – Es begann mit Heimweh. 16 Jahre lang lebten die aus der Gemeinde Eiterfeld stammende Christiane Radimsky und ihr Mann in Wales. Und obwohl es ihnen dort gut gefiel, hatte Radimsky immer wieder mit Heimweh zu kämpfen. Also begann sie, zumindest in Gedanken, in die alte Heimat zu reisen, und fing an, im Internet Informationen zu sammeln. Und weil sie als Kind schon fasziniert war von der prächtigen Burganlage in Buchenau, drehte sich die Recherche sehr bald darum, erzählt sie.

Den Plan, einmal ein Buch zu schreiben, habe sie damals nicht gehabt, erzählt Christiane Radimsky. „Ich hatte einfach Spaß am Recherchieren“, sagt sie. Alle Informationen, die sie fand, trug sie zusammen und sortierte sie fein säuberlich. Dabei fiel ihr auf, dass da immer wieder der Name Erkenbert auftauchte. „Irgendwann sah ich ihn vor mir“, erzählt Radimsky, die sich gerade bei mechanischen Tätigkeiten im Haushalt wie kochen, putzen oder bügeln gerne gedanklich ins Mittelalter begibt.

Ihr Mann drängte sie schließlich, all die vielen Informationen zu verarbeiten. Christiane Radimsky fing an zu schreiben. „Erst mal nur für mich“, betont sie. Dabei merkte sie schnell, dass Erkenbert, der den Lesern als 17-jähriger Knappe im Jahr 1247 begegnet, ein eigenes Leben entwickelt. Er ist aufbrausend, unbeherrscht und sehr von sich selbst überzeugt. Sein Lebenstraum ist es, Ritter zu werden. Als er nach dem Tod des Vaters, dessen Amt als Holzförster übernehmen soll, empfindet er das als Zumutung. Immer wieder gerät Erkenbert in Schwierigkeiten, die nicht nur ihn allein, sondern die ganze Familie betreffen. So richtig sympathisch ist er also nicht, dieser Erkenbert.

Christiane Radimsky identifiziert sich trotzdem mit ihrer kantigen Titelfigur, über deren Leben sie eine ganze Saga schreiben will. Band eins mit dem Titel „Erkenbert“ wurde im Oktober veröffentlicht, Band zwei „Der Halsbandsittich“ ist weitgehend fertig und im Lektorat. Der Halsbandsittich ist das Wappentier derer von Buchenau. Band drei und vier sollen folgen.

Vieles von dem, was Christiane Radimsky in ihrer Buchenau-Saga erzählt, ist historisch belegt – aber nicht alles. Tatsächlich hat es aber viele der Figuren, die in den Romanen auftauchen, gegeben. Und auch der Streit um die Erbfolge und Vorherrschaft in der Landgrafschaft Hessen, in dessen Verlauf der kleine Landgraf Heinrich, damals ein drei Jahre altes Kind, entführt und wieder befreit wurde, hat wirklich stattgefunden. Details sind allerdings nicht bekannt. „Es könnte doch Erkenbert gewesen sein“, dachte sich Radimsky und schrieb ihn in die Gründungsgeschichte Hessens hinein.

Ohnehin ist es nicht ganz einfach, genauere Informationen über das Leben der Menschen im Mittelalter zu finden. Kaum jemand war damals des Schreibens kundig, sodass Geschichte sich in der Regel aus Urkunden, die Besitzverhältnisse dokumentieren, erschließen muss. Das Internet war Christiane Radimsky bei ihrer Recherche eine große Hilfe, weil dort Informationen ganz vieler Historiker greifbar sind. Darüber hinaus hat sie alles gelesen, was sie über das Mittelalter finden konnte, vor allem, wenn es sich um hessische Ritterburgen oder die Entwicklung der Reichsabtei Fulda handelte. „Die Recherche war eine langwierige, mühselige Kleinarbeit“, erklärt Radimsky.

Historische Hintergründe also für eine Abenteuer-Geschichte aus dem 13. Jahrhundert, in der auch die Liebe nicht zu kurz kommt. „Da war auch ein bisschen Kitsch drin, aber den hat meine Lektorin wieder rausgenommen“, sagt Radimsky. Dass sie für ihr Erstlingswerk schnell einen Verlag gefunden hat – der kleine Oeverbos-Verlag aus Remagen ist spezialisiert auf historische Romane – war ihr Freude und Bestätigung. Bei dem Gedanken, dass ihre Erzählungen von Ritter Erkenbert und den Buchenauern nun allgemein für jedermann zugänglich sind, ist ihr aber durchaus ein wenig mulmig.

Der Roman „Erkenbert“ ist für 17,90 Euro im örtlichen Buchhandel erhältlich.

Von Christine Zacharias

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